Erstmals seit Jahren hat sich die Lage an der Front im Verlauf des umfassenden Krieges zugunsten der Ukraine gewendet. Der russische Vormarsch hat sich auf das niedrigste Niveau des letzten Jahres verlangsamt, während die Verluste der Besatzer Rekordwerte erreichen. Dies belegen Daten, die von RBK-Ukraine in dem Artikel „Chance auf Frieden? Warum Russland an der Front stockt und ob Putin wirklich bereit ist, den Krieg zu beenden“ veröffentlicht wurden.

Rekordverluste und sinkende Effizienz

Monatlich verliert Russland etwa 35.000 Soldaten – entweder getötet oder schwer verwundet. Die Rekrutierung von Vertragskräften reicht kaum aus, um diese Lücke zu schließen, was auf eine kritische Lage der Armee hindeutet. Gleichzeitig ist der Preis für jeden zurückgelegten Kilometer drastisch gestiegen: Wenn im Herbst des vergangenen Jahres für die Eroberung eines Quadratkilometers 67 Soldaten benötigt wurden, waren es im April bereits 179.

„Der träge Kriegsszenario hat sich zum ersten Mal seit langer Zeit zu unseren Gunsten gewendet“, so ein Gesprächspartner des Mediums im ukrainischen Führungsteam. Dies bedeutet, dass alte Kriegsführungsmethoden nicht mehr funktionieren, während neue von Moskau riskante Schritte erfordern, zu denen sie sich bisher nicht bereit erklärt hat.

Politische Kontext und Zeitrahmen für das Ende der heißen Phase

Genau unter diesen Bedingungen werden die Worte von Präsident Wolodymyr Selenskyj über ein mögliches Ende der aktiven Konfliktphase bis November – zum Zeitpunkt der Kongresswahlen in den USA – verständlich. Kiew verfügt laut Quellen bereits seit langem über strategische „Pläne“, die Trump zuvor kritisiert hatte, und drängt den Gegner nun planmäßig in eine Sackgasse.

Nach Einschätzung gut informierter Quellen befindet sich Russland in einer Situation, in der traditionelle Methoden – Masseneinberufung, Invasion in den Baltikum oder der Einsatz von Atomwaffen – entweder unmöglich oder zu riskant sind. „Sie haben eine Hysterie, weil sie keine Einberufung wollen – sie fürchten ihr eigenes Volk. Sie wollen nicht ernsthaft in den Baltikum eindringen – auch das fürchten sie. Die Atombombe können sie ebenfalls nicht einsetzen. Also bleiben nur noch die Bombardierung von Kiew“, zitiert das Medium einen der Gesprächspartner.

Raketenbedrohung und Vorbereitung auf Eskalation

Das einzige verbleibende Vorteil Russlands ist laut Experten weiterhin der Einsatz von Raketenangriffen, insbesondere ballistischen Raketen. Daher sollte die ukrainische Hauptstadt darauf vorbereitet sein, dass Angriffe wie der in der Nacht zum 24. Mai häufiger stattfinden werden.

Präsident Selenskyj hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, den politischen und wirtschaftlichen Druck auf Moskau zu erhöhen, da nur so die systematischen Angriffe auf ukrainische Städte gestoppt werden können. Zuvor hatte The Economist berichtet, Selenskyj habe angeblich Befehl gegeben, sich auf weitere 2–3 Jahre Krieg vorzubereiten, doch Regierungsquellen haben diese Information als „alten Falschbericht“ widerlegt.

Fazit: Sackgasse oder neue Eskalation?

Die Lage an der Front und im politischen Feld deutet darauf hin, dass Russland seine Hauptoptionen zur Erreichung militärischer Ziele ohne radikale Maßnahmen erschöpft hat. Die verbleibenden Instrumente – Raketenangriffe und Destabilisierungsversuche – bergen hohe Risiken, könnten aber im Falle eines vollständigen Kontrollverlusts eingesetzt werden. Die Ukraine nutzt hingegen den aktuellen Moment, um ihre Positionen zu stärken und sich auf mögliche Friedensverhandlungen vorzubereiten.