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title: "Diesel für 100 Hrywnja: Warum die Kraftstoffpreise in die Höhe schießen und was als Nächstes passiert"
description: "Die Kraftstoffpreise in der Ukraine erreichen Rekordwerte: Diesel kostet bereits über 80 UAH, und Experten prognostizieren einen baldigen Anstieg auf 100+ UAH pro Liter. 🛢️📈 Globaler Mangel, Logistikprobleme und hohe Ölpreise treiben den Markt nach oben. Wir analysieren, warum Tankstellen Verluste machen und ob Angriffe auf Zapfsäulen den Benzinpreis beeinflussen."
date: 2026-07-23T10:56:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/diesel-fuer-100-hrywnja-krftstoffpreise-in-der-ukraine
tags: [ukraine, dmitry-leushkin, prime-group, fuel-prices, diesel]
publisher: "XAB.info"
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# Diesel für 100 Hrywnja: Warum die Kraftstoffpreise in die Höhe schießen und was als Nächstes passiert

![Kollage, die den Anstieg der Dieselkraftstoffpreise in der Ukraine veranschaulicht: Ölpumpe, Ölfässer, leerer Kraftstofftank und Zapfpistole](https://xab.info/media/2026/07/23/tseny-na-toplivo-v-ukraine-rost-do-100-grn/tseny-na-toplivo-v-ukraine-rost-do-100-grn-1.webp)

Der ukrainische Kraftstoffmarkt erlebt eine neue Phase der Turbulenzen. Autobesitzer und Logistikunternehmen verzeichnen einen rasanten Preisanstieg an den Tankstellen, der bereits am vergangenen Freitag begann. Innerhalb weniger Tage stiegen die Kraftstoffpreise um 3 bis 6 Hrywnja, und der günstigste Diesel hat die psychologisch wichtige Marke von 80 Hrywnja bereits überschritten.

Die Situation an den Zapfsäulen sorgt bei Experten für Besorgnis. Dmytro Leushkin, Gründer und Geschäftsführer der Prime Group, erklärte, dass das Überschreiten der 100-Hrywnja-Marke pro Liter keine Prognose mehr ist, sondern eine unweigerliche Tatsache.

### Warum Kraftstoffunternehmen Verluste machen

Laut dem Experten deckt die aktuelle Preispolitik auf dem Markt die Kosten bereits nicht mehr. „Gegenwärtig kostet Diesel an der Grenze 90 UAH, er müsste bereits für über 100 verkauft werden. Da es solche Preise derzeit nicht gibt, arbeiten alle Kraftstoffunternehmen im Moment mit Verlusten', erläuterte Leushkin.

Ein Unternehmen kann nicht lange im Verlustmodus existieren, daher müssen die Preise relativ schnell nach oben korrigiert werden. Der Experte weist darauf hin, dass die Grenze von 105 Hrywnja möglicherweise nicht endgültig ist, da sich der Markt in einem Zustand ständiger Spannung befindet.

### Globaler Mangel und logistischer Kollaps

Der Preisanstieg in der Ukraine ist lediglich die Folge eines komplexen Zusammenspiels von Faktoren auf globaler und regionaler Ebene. Laut Leushkin verschärft eine Reihe von Problemen die Situation:

    - **Weltmarkt und Öl:** Der Preis für eine Ölbarrel nähert sich 100 Dollar. Die Kurse wurden durch das Eingreifen der Huthi-Rebellen und die Blockade der Meerenge beeinflusst, sowie durch logistische Schwierigkeiten für Saudi-Arabien und die VAE aufgrund der Lage in der Straße von Hormus.

    - **Mangel in Europa:** Auf dem europäischen Markt herrscht ein akuter Ressourcenmangel. Es fehlen Lieferungen aus der Türkei, Russland, Kasachstan und Belarus. Darüber hinaus sind die Raffineriekapazitäten in Europa ausgelastet, da Russland verfügbare Mengen aufkauft. Kleine Lieferungen aus Israel oder Aserbaidschan können diese Lücke nicht kompensieren.

    - **Logistische Probleme in der Ukraine:** Griechenland weigert sich, Tanker für den Transport von Kraftstoff bereitzustellen. Zudem spielt der Wasserstand in der Donau eine kritische Rolle. Aufgrund des niedrigen Wasserstands sind Schiffe gezwungen, nur 1.000 Tonnen Ladung statt der üblichen 4.000 bis 5.000 Tonnen zu nehmen, was die Effizienz der Lieferungen drastisch senkt.

### Saisonaler „Jackpot' und die Getreidefrage

Die Situation wird durch das zeitliche Zusammentreffen mehrerer Faktoren verschärft. Derzeit ist Erntezeit und Hochsaison für den Kraftstoffverbrauch, was eine Spitzenlast erzeugt. Landwirte sehen sich mit der Unmöglichkeit konfrontiert, Getreide zu verkaufen, da Schiffe nicht in Odessa einlaufen, was zusätzliche wirtschaftliche Schwierigkeiten und Währungsschwankungen verursacht.

### Der Mythos der Effizienz von Angriffen auf Tankstellen

In Kriegszeiten wird häufig die Theorie vertreten, dass der Preisanstieg durch feindliche Beschuss von Tankstellen verursacht wird. Dmytro Leushkin widerlegt diese Behauptung jedoch. Laut ihm zerstören Angriffe mit „Shahed'-Drohnen hauptsächlich die oberirdische Infrastruktur – Geschäfte und Werbetafeln.

Unterirdische Tanks, Pumpenanlagen und Rohrleitungen bleiben in der Regel unversehrt. Anstelle eines zerstörten Geschäfts wird schnell ein mobiler autonomer Verkaufsstand (MAF) installiert, und der Betrieb wird wiederaufgenommen. Der Experte stellt fest, dass es derzeit keine Massenangriffe auf Tankstellen gibt, da der Gegner die Ineffektivität solcher Angriffe zur Zerstörung der Funktionalität des Systems erkannt hat.