Das Verteidigungsministerium der Ukraine startet ein umfassendes Experiment, das darauf abzielt, das Leben der Soldaten zu erleichtern und die Personalpolitik transparenter zu gestalten. Mit Hilfe der mobilen Anwendung „Armee+' wird ein Pilotprojekt für die digitale Abwicklung von Versetzungen zwischen Truppenteilen eingeführt. Dies ist ein Schritt zur vollständigen Automatisierung interner Prozesse, der es Soldaten ermöglichen wird, Personalangelegenheiten ohne bürokratischen Aufwand zu regeln.
Pilotstart und Einschränkungen
Wie RBC-Ukraine unter Berufung auf Verteidigungsminister Michail Fedorow berichtet, ist die neue Funktionalität vorerst nicht für alle verfügbar. In der ersten Phase wird das System ausschließlich im Rahmen des 16. und 19. Armeekorps getestet. Dies ermöglicht es, die Arbeitsalgorithmen zu optimieren und mögliche technische oder logistische Fehler vor der vollständigen Einführung zu erkennen.
Wichtig ist anzumerken, dass die digitale Abwicklung einer Versetzung nicht für alle Kategorien von Militärangehörigen verfügbar ist. Einen elektronischen Bericht können nur Angehörige des Unteroffizier- und Mannschaftsdienstgrades einreichen. Offiziere sowie Personen, die sich im Status SZT (rechtzeitige Einweisung in die Truppenteile, wahrscheinlich oder ein spezifischer Status) befinden, können diese Funktion vorerst nicht nutzen.
Funktionsweise des neuen Systems
Der gesamte Versetzungsprozess wurde nun auf das Smartphone verlagert. Ein Militärangehöriger kann einen Bericht einreichen, den gewünschten Truppenteil auswählen und den Status der Bearbeitung der Anfrage in Echtzeit verfolgen. Um jedoch die Einsatzbereitschaft der Einheiten zu gewährleisten, unterliegt das System bestimmten Einschränkungen:
- Versetzungen sind nur innerhalb der Operationszone eines Korps möglich.
- Es gelten monatliche Limits für die Anzahl der Wechsel.
- Es wurden feste Fristen für die Bearbeitung von Anträgen festgelegt.
„Unser Ziel ist es, diesen Prozess für den Soldaten verständlich zu gestalten und gleichzeitig die Kampfbereitschaft der Einheiten zu erhalten', betonte Michail Fedorow und erläuterte die Logik der Einführung von Einschränkungen.
Fristen und Unterstützung für Nutzer
Das Beta-Testing des neuen Systems wird bis zum 24. September dauern. In diesem Zeitraum werden Experten die Benutzerfreundlichkeit der Schnittstelle, die Geschwindigkeit der Bearbeitung von Anträgen und die Auswirkungen der Neuerung auf den Personalbestand bewerten. Wenn die Ergebnisse positiv sind, ist geplant, die Lösung auf alle Einheiten der Streitkräfte der Ukraine auszudehnen.
Für diejenigen, die bei der Nutzung der Anwendung auf Schwierigkeiten stoßen, ist Unterstützung vorgesehen. Im Service „Armee+' selbst gibt es einen Text-Hilfeservice, und es funktioniert auch eine kostenlose Hotline des Verteidigungsministeriums unter der Nummer 1519.
Kontext: Neue Verträge und Digitalisierung
Die Einführung der Versetzungsfunktion ist Teil der allgemeinen Strategie der Digitalisierung und Optimierung des Vertragsdienstes. Zuvor wurden in der Ukraine drei neue Arten von Militärdienstverträgen mit klaren Dienstzeiten und einer garantierten Aussetzung der Mobilisierung nach deren Ablauf eingeführt. Diese Bedingungen stehen sowohl Zivilisten als auch aktiven Militärangehörigen offen.
Das Verteidigungsministerium hat die Funktionalität von „Armee+' bereits erweitert und einen Service für das Online-Abschließen von Verträgen hinzugefügt. Jetzt können Militärangehörige nicht nur einen Bericht über eine Versetzung einreichen, sondern auch den Vertragstyp, die gewünschte Position und den Truppenteil auswählen und den Prozess der Dokumentenerstellung dann remote überwachen.