Im August 2026 startet in der Ukraine ein großangelegtes Experiment, das den Ansatz zur Finanzierung von Sozialleistungen für Binnenvertriebene (BVP) grundlegend verändern könnte. Das Kabinett der Minister hat einen neuen Mechanismus genehmigt, wonach Haushaltsmittel nicht mehr auf die Konten von Einrichtungen oder Heimen, sondern direkt auf spezielle Konten der Leistungsempfänger fließen. Diese Entscheidung zielt darauf ab, die Transparenz der Ausgaben zu erhöhen und die Auswahlmöglichkeiten für vulnerable Bürgergruppen zu erweitern.

Wer erhält direkte Zahlungen und wie funktioniert das?

Gemäß der Kabinettsverordnung betrifft der neue Mechanismus zwei spezifische Kategorien von Umsiedlern: ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen, die stationäre Pflege oder Unterstützung bei der Wohnversorgung benötigen. Der Kern der Neuerung besteht in der Umstellung von der Finanzierung von „Einrichtungen“ auf die Finanzierung von „Bedürfnissen“. Der Fonds für den sozialen Schutz von Menschen mit Behinderungen übernimmt die Funktion der monatlichen Überweisung von Mitteln auf die speziellen Konten der Empfänger.

Es ist wichtig anzumerken, dass die Mittel einem speziellen Verwendungszweck unterliegen, was ihre Verschwendung für Zwecke, die nicht mit der sozialen Betreuung zusammenhängen, ausschließen soll. Die Koordination des Projekts übernimmt das Ministerium für Sozialpolitik, Familie und Einheit. An der Umsetzung der Initiative sind Schlüsselspieler aus dem Finanz- und Sozialsektor beteiligt, darunter der Nationale Sozialdienst und der Bankensektor, insbesondere die PrivatBank.

Garantien für diejenigen, die bereits Hilfe erhalten

Die Behörden betonen, dass die Reform diejenigen nicht betrifft, die bereits im System der sozialen Betreuung sind. Für Bürger, bei denen die Entscheidung über die Gewährung von Sozialleistungen bereits getroffen wurde, ändert sich das Verfahren nicht. Sie erhalten weiterhin Hilfe im bisherigen Format, ohne eine erneute Bewertung oder bürokratische Verfahren durchlaufen zu müssen. Das Experiment betrifft nur diejenigen, die in Zukunft Anspruch auf stationäre Pflege oder Unterstützung bei der Wohnversorgung haben werden.

Kontext: Änderungen bei der Unterstützung für Binnenvertriebene im Jahr 2026

Der Start dieses Projekts erfolgt vor dem Hintergrund anderer bedeutender Änderungen im System der Unterstützung für Umsiedler. Im August 2026 erfolgen die Zahlungen für den Lebensunterhalt nach dem festgelegten Zeitplan, jedoch wird den Bürgern empfohlen, ihre Daten im Register rechtzeitig zu aktualisieren. Darüber hinaus traten am 1. August Änderungen in Bezug auf Wohnbaugutscheine in Kraft: Ein Teil der Binnenvertriebenen verlor das Recht, diese in klassischer Form zu erhalten, doch es gibt einen neuen Mechanismus zur Verwendung des Gutscheins als Anzahlung bei der Beantragung einer Hypothek.

Trotz der Verabschiedung eines neuen Gesetzes über Binnenvertriebene bleiben die bestehenden Bescheinigungen über den BVP-Status bis zu einem bestimmten Zeitpunkt gültig, und ein Austausch ist derzeit nicht erforderlich. Auch Umsiedler haben die Möglichkeit, eine Steuervergünstigung für die Miete von Wohnraum in Anspruch zu nehmen, indem sie die entsprechende Erklärung und bestätigende Dokumente vorlegen.