Dieses Sommer wird die europäische Eisenbahnkarte um eine neue Strecke erweitert, die die Logistik für Passagiere, die von der Ukraine nach Westeuropa reisen, erheblich vereinfachen wird. Der tschechische private Eisenbahnbetreiber Leo Express startet eine Direktverbindung, die die polnische Stadt Przemysl mit einem der größten Verkehrsknotenpunkte Deutschlands, dem Flughafen Frankfurt am Main, verbindet.

Rekordlänge und tägliche Verbindungen

Die erste Fahrt des neuen Zuges ist für den 25. Juni geplant. Die Strecke, deren Gesamtlänge 1300 Kilometer übersteigt, wird zu einer der längsten direkten Eisenbahnverbindungen in Europa. Der Zug wird täglich in beide Richtungen verkehren und damit die östlichen und westlichen Regionen des Kontinents verbinden.

Die Reise beginnt in Przemysl, das in unmittelbarer Nähe zur ukrainischen Grenze liegt. Diese Stadt ist bereits ein wichtiger Transitknotenpunkt für ukrainische Passagiere. Anschließend fährt der Zug über Krakau, Ostrava und Prag, durchquert Tschechien und Deutschland über Dresden und Leipzig, bevor er Erfurt erreicht. Die Endpunkte der Strecke sind Frankfurt am Main und sein internationaler Flughafen.

Fahrplan und Komfort

Der Fahrplan wurde unter Berücksichtigung bequemer Umstiege und Anschlüsse erstellt. Die Fahrt in westlicher Richtung verlässt Przemysl um 13:31 Uhr und erreicht den Flughafen Frankfurt am nächsten Tag um 07:53 Uhr. Die Rückreise beginnt am Flughafen Frankfurt um 08:27 Uhr, und die Ankunft in Przemysl ist für 02:23 Uhr des folgenden Tages geplant.

Bei Leo Express wird betont, dass die Reise komfortabel sein wird. Den Passagieren stehen zur Verfügung:

  • Kostenloses WLAN;
  • Steckdosen zum Aufladen von Geräten an jedem Sitzplatz;
  • Klimaanlage;
  • Verkauf von Erfrischungsgetränken.

Die Ticketpreise für einzelne Abschnitte der Strecke beginnen bei 10 Euro, was die Eisenbahnverbindung zu einer attraktiven Alternative zu Flugreisen oder Busfahrten macht.

Strategische Bedeutung der Strecke

Der Geschäftsführer von Leo Express, Peter Keller, bezeichnete die Einführung des Zuges als wichtigen Schritt in der Integration der Transportsysteme. Nach seinen Worten soll die neue Strecke den „Eisernen Vorhang“ zwischen West- und Osteuropa „heben“, indem sie wichtige Zentren verbindet und einen ungehinderten Zugang zur Ukraine über Przemysl ermöglicht.

Reaktion der „Ukrzaliznyzja“

Die Einführung der internationalen Verbindung fällt mit den Vorbereitungen der ukrainischen Eisenbahngesellschaft auf die Sommersaison zusammen. Auch die „Ukrzaliznyzja“ erhöht die Anzahl der Sitzplätze auf beliebten Strecken und passt den Fahrplan an die Nachfrage an. Die Gesellschaft stellt eine Reihe von Zügen auf täglichen Betrieb um, stellt die Verbindung „Sumy – Rachow“ wieder her und weist einen zusätzlichen Zug „Kiew – Tschernowitz“ zu. Die Wagen werden dynamisch umverteilt, um auf den gefragtesten Strecken die maximale Anzahl an Sitzplätzen zu gewährleisten.