Der weltgrößte Medien- und Unterhaltungskonzern The Walt Disney Company bereitet Berichten von Bloomberg und dem Wall Street Journal zufolge eine weitere massive Entlassungswelle in seiner Geschichte vor. Die Unternehmensführung hat die Leiter mehrerer Abteilungen angewiesen, dringend Wege zu finden, die jährlichen Ausgaben um 20 Prozent zu senken. Wie Reuters präzisiert, befinden sich die Gesamtzahlen derzeit in der finalen Planungsphase, und das genaue Ausmaß sowie der Zeitplan der Massenentlassungen werden in den kommenden Tagen bekannt gegeben.
Ausmaß und Geografie der Optimierung
Berichten amerikanischer Medien zufolge wird die Umstrukturierung nahezu alle Schlüsselbereiche des Geschäfts betreffen: von Fernsehen, Filmproduktion, Freizeitparks und der Kreuzfahrtflotte bis hin zu Rechts-, IT-Abteilungen und den Personalabteilungen der Zentrale. Somit beschränkt sich die Optimierung nicht auf ein einzelnes Segment, sondern hat systemischen Charakter und umfasst sowohl Produktions- als auch Verwaltungsfunktionen des Konzerns.
Welche Abteilungen von Kürzungen betroffen sein werden
Der Prozess wird mehrere strategische Richtungen gleichzeitig betreffen. Im Bereich Fernsehen und Streaming werden ABC Entertainment, 20th Television, Hulu Originals und Freeform aus der Struktur einzelner Fernsehsender herausgelöst und in ein einziges System überführt, das direkt auf das Streaming-Publikum ausgerichtet ist, was zum Verlust von Arbeitsplätzen für Hunderte von Mitarbeitern führen wird. Nach Angaben der Associated Press werden auch Filmproduktionsteams und das Animationsstudio Pixar auf der neuen Entlassungsliste stehen. Wie The Wrap berichtet, hat in der Abteilung Walt Disney Imagineering, die für die Planung von Attraktionen und Themenparks zuständig ist, sowie im Bereich Experiences bereits die Entlassung von Mitarbeitern und Führungskräften begonnen. Parallel dazu wird die Personalbesetzung in den Bereichen internationale Beziehungen, Rechtsberatung und Personalwesen optimiert.
Gründe für den finanziellen Druck
Die Verabschiedung so drastischer Maßnahmen wird durch mehrere globale Faktoren erklärt. Erstens hat die Abkehr der Zuschauer vom Kabel- und Antennenfernsehen zu einem drastischen Rückgang der Werbeeinnahmen geführt. Zweitens erfordern der Wettbewerb im Streaming-Bereich und das Ausbleiben der erwarteten Ergebnisse an den weltweiten Kinokassen enorme Kosten. Drittens hat sich das Wachstumstempo ausländischer Touristen, die Disneys beliebte Freizeitparks in den USA besuchen, verlangsamt, was die Rentabilität eines der lukrativsten Geschäftsbereiche verringert.
Kontext: Frühere Entlassungswellen
Das Programm zur Kostensenkung wurde im Unternehmen bereits früher gestartet. Im Jahr 2023 wurden unter der Leitung von Vorstandschef Bob Iger rund 7.000 Mitarbeiter entlassen, um 5,5 Milliarden US-Dollar einzusparen. Zum Ende des Geschäftsjahres 2025 beschäftigt der Konzern weltweit insgesamt 231.000 Mitarbeiter, was das Ausmaß einer potenziellen neuen Optimierungswelle vorgibt.
Was zum Zeitplan bekannt ist
Nach Informationen von Reuters stehen die genauen Parameter der Umstrukturierung noch nicht fest: Die Gesamtzahlen befinden sich in der finalen Planungsphase, und das Unternehmen beabsichtigt, den konkreten Umfang und Zeitplan der Massenentlassungen in den kommenden Tagen bekannt zu geben. Bis zur offiziellen Erklärung des Konzerns bleiben jegliche genauen Schätzungen der Zahl der entlassenen Mitarbeiter vorläufig.