Der ukrainische Devisenmarkt wird für die kommende Woche, so die Einschätzung der Analysten, keine abrupten Kursschwankungen bereithalten. Taras Lesowoi, Direktor der Abteilung für Finanzmärkte und Investitionstätigkeit der „Globus Bank“, stellte in einem Kommentar für RBC-Ukraine eine detaillierte Prognose für den Zeitraum vom 7. bis 13. September 2026 vor und betonte, dass die äußere Stabilität des Kurses in erheblichem Maße durch die ständige Beteiligung der Nationalbank gewährleistet wird. Der Experte erwartet, dass die Amplitude der täglichen Schwankungen vergleichsweise gering sein wird und die durchschnittlichen wöchentlichen Abweichungen des Kurses sich im Rahmen von 1–1,5 % vom Startwert der Woche bewegen werden.
Prognose des Dollar- und Euro-Kurses für den 7.–13. September
Nach Berechnungen von Taras Lesowoi wird der Dollar-Kurs auf dem Interbank-Markt im genannten Zeitraum im Korridor von 44,4–44,8 UAH liegen. Auf dem Bargeldmarkt könnte die amerikanische Währung nach seiner Einschätzung zwischen 44,3 und 44,8 UAH kosten. Der Euro-Kurs wird sowohl auf dem Interbank- als auch auf dem Bargeldsegment im Bereich von 51,5–52,5 UAH erwartet. Die täglichen Kursänderungen auf dem Interbank-Markt werden nach Prognose des Experten 5–15 Kopeken nicht überschreiten, in den Geschäftsbanken wird die Amplitude bis zu 10–20 Kopeken betragen und in den Wechselstuben bis zu 30 Kopeken. Die durchschnittliche Differenz zwischen Interbank- und Bargeldkurs wird nach Einschätzung von Lesowoi 10–15 Kopeken betragen.
Regime der verwalteten Flexibilität und die Rolle der NBU
Der Schlüsselfaktor, der den Kurs in engen Grenzen hält, bleibt das in der Ukraine geltende Regime der verwalteten Flexibilität. Nach Worten des Experten ermöglicht es dieser Mechanismus dem Markt, organisch auf Veränderungen von Angebot und Nachfrage zu reagieren, während die NBU die Möglichkeit behält, einzugreifen, damit lokale Ungleichgewichte nicht zu unkontrollierten Kursschwankungen anwachsen. Wenn die Nachfrage nach Devisen das Angebot deutlich übersteigt, verkauft der Regulierer Devisen und verringert damit den Druck auf den Kurs. Genau deshalb, so betont Lesowoi, erfordert die relative Ruhe auf dem Devisenmarkt regelmäßige Deviseninterventionen seitens der Nationalbank.
Druckfaktoren: Vorbereitung auf die Herbst-Winter-Saison und Folgen der Angriffe
Im September kann der Bedarf an Deviseninterventionen erheblich bleiben. Die Unternehmen erhöhen ihre Einkäufe von Energieausrüstung, die Importeure legen Vorräte an Brennstoffen und anderen Ressourcen an, und das Geschäftstreben insgesamt strebt danach, sich auf mögliche Unterbrechungen in der Energieversorgung und Logistik vorzubereiten. Zusätzlichen Druck auf die Nachfrage erzeugen die Folgen russischer Angriffe auf die Infrastruktur: Schäden erhöhen die Transport- und Produktionskosten, und die Schwankungen der weltweiten Ölpreise werden auf die Kosten der Energieträger übertragen. Dennoch bedeutet nach Einschätzung des Experten das Vorhandensein eines solchen Drucks keinen abrupten Einbruch der Hrywnja, da die Politik der NBU darauf abzielt, die Auswirkungen von Marktrisiken zu minimieren.
Bargeldmarkt: Synchronität mit dem Interbank-Markt und fehlende Panik
Auf dem Bargeldmarkt sind für die kommende Woche ebenfalls keine wesentlichen Erschütterungen zu erwarten. Banken und Wechselstuben orientieren sich an der Lage auf dem Interbank-Markt, daher bewegen sich das Bargeld- und das Nicht-Bargeldsegment nahezu synchron. Selbst wenn an einzelnen Tagen die Nachfrage der Bevölkerung nach Devisen das Angebot um 3–5 % übersteigt, bedeutet dies nach Einschätzung von Lesowoi nicht die Bildung einer Panik. Der Experte stellt fest, dass die durchschnittlichen wöchentlichen Abweichungen des Kurses im Rahmen von 1–1,5 % vom Startkurs der Woche erwartet werden, was einer ruhigen Marktdynamik entspricht.
Alternativen zu Devisensparungen: Hrywnja-Depots bis 17,5 %
Im September können Hrywnja-Depots eine Alternative zu Devisensparungen darstellen. Nach Prognose von Taras Lesowoi könnten die maximalen Zinssätze für solche Einlagen auf 17,5 % p.a. steigen, was nach seiner Einschätzung die Sparvermögen vor Inflation schützt. Der Experte empfiehlt, dieses Instrument im Portfolio zu berücksichtigen, erinnert jedoch daran, dass alle Investitionsentscheidungen mit Risiko verbunden sind, einschließlich der Möglichkeit des Kapitalverlusts, und dass vor derartigen Entscheidungen ein lizenzierter Finanzberater hinzugezogen werden sollte.
Widersprüchliche Daten
In offenen Quellen wird eine Diskrepanz in den Schätzungen des Umfangs des Devisenmangels festgestellt. In einem Kommentar für RBC-Ukraine weist Taras Lesowoi darauf hin, dass auf dem Bargeldmarkt die Nachfrage der Bevölkerung das Angebot um 3–5 % übersteigen kann, was er als normale, nicht panikartige Dynamik einstuft. Gleichzeitig wird in einer Veröffentlichung der Ausgabe novisti.ua, die ebenfalls auf Experteneinschätzungen von Anfang September Bezug nimmt, die Zahl einer 20-%-Übersteigerung der Nachfrage über das Angebot genannt. Der Unterschied in der Größe könnte dadurch erklärt werden, dass es sich um verschiedene Marktsegmente handelt (Bargeld-Einzelhandel gegenüber Interbank) oder um verschiedene zeitliche Schnitte. Eine genaue Übereinstimmung in der Methodik der Berechnung des Mangels wird in den verfügbaren Materialien nicht angegeben, daher sind beide Zahlen als Spiegelung verschiedener Ebenen der Marktstruktur zu betrachten.
Hinweis: Dieses Material wurde ausschließlich zu Informationszwecken erstellt und stellt keinen Finanz- oder Investitionsrat dar. Investitionen sind mit Risiko verbunden, einschließlich der Möglichkeit eines vollständigen Kapitalverlusts. Vor der Entscheidung über Investitionsentscheidungen wird empfohlen, einen lizenzierten Finanzberater zu konsultieren.