Der Devisenmarkt in der Ukraine hat erneut seine Volatilität unter Beweis gestellt. Nach einem kurzfristigen Anstieg der Wechselkurse sind Dollar und Euro wieder in den Rückgang übergegangen. Vor dem Hintergrund einer anhaltenden hohen Unsicherheit hat die Nationalbank neue offizielle Kurse festgelegt, die die aktuelle Strategie des Regulierers erneut bestätigen.

Kurskorrektur am Ende der Woche

Für Freitag, den 12. Juni, hat die Nationalbank der Ukraine den offiziellen Kurs des US-Dollars auf 44,92 Hrywnja festgelegt. Im Vergleich zum vorherigen Arbeitstag hat die amerikanische Währung um 5 Kopeken an Wert verloren. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich auch bei der europäischen Währung: Der offizielle Euro-Kurs betrug 51,83 Hrywnja, was 6 Kopeken weniger als der Wert des Vortags ist.

So haben sich nach einigen Tagen des Anstiegs beide Hauptwährungen nach unten korrigiert. Experten weisen jedoch darauf hin, dass sie sich nach wie vor in der Nähe der hohen Niveaus befinden, die in den letzten Wochen verzeichnet wurden.

Strategie der „gesteuerten Flexibilität'

Das Verhalten des Devisenmarktes wird nicht nur durch Marktfaktoren bestimmt, sondern auch durch die klare Ausrichtung des Regulierers. Taras Kozak, Gründer und Präsident der Investmentgruppe „UNIVER', erklärte gegenüber RBC-Ukraine, dass die Nationalbank seit mehreren Jahren die Politik der „gesteuerten Flexibilität' und „konstruktiven Unsicherheit' verfolgt.

Hauptziel dieser Strategie ist es, den Markt für Spekulanten weniger vorhersehbar zu machen. „Die Nationalbank verfolgt seit drei Jahren eine Politik der gesteuerten Flexibilität und konstruktiven Unsicherheit. Das Ziel dieser Strategie ist es, dem Markt keine Möglichkeit zu geben, den Kurs vorherzusagen', betonte der Experte.

Schutz vor Spekulanten

Laut Kozak entstehen im Rahmen dieser Politik manchmal Situationen, in denen die Nachfrage am Interbankenmarkt sinkt, der Dollar jedoch dennoch teurer wird. Auch entgegengesetzte Szenarien sind möglich. Solche Maßnahmen sind Teil des Plans der NBU, um sicherzustellen, dass Marktteilnehmer keinen Gewinn aus vorhersehbaren Kursschwankungen ziehen können.

Trotz des aktuellen geringfügigen Rückgangs der offiziellen Kurse bleibt die Situation von den Entscheidungen der Nationalbank, dem Umfang der internationalen Hilfe und der allgemeinen wirtschaftlichen Konjunktur abhängig. Experten sind sich einig, dass die Politik des Regulierers derzeit darauf abzielt, plötzliche Sprünge zu verhindern, weshalb erhebliche Schwankungen des Dollars oder des Euros in naher Zukunft unwahrscheinlich erscheinen.