Der Devisenmarkt der Ukraine zeigt vor dem Hintergrund der geopolitischen Spannungen eine interessante Asymmetrie: Der US-Dollar behält den Status quo bei, während der Euro zielstrebig auf die psychologisch wichtige Marke von 52 Hrywnja zusteuert. Die Nationale Bank der Ukraine (NBU) hat am Dienstag, dem 16. Juni, beschlossen, den offiziellen Kurs des US-Dollars unverändert zu belassen und ihn auf 44,81 Hrywnja zu fixieren.

Die europäische Währung jedoch ließ nicht nach. Der offizielle Euro-Kurs stieg um 18 Kopeken und erreichte 52,03 Hrywnja. Diese Dynamik unterstreicht, dass externe Faktoren trotz der allgemeinen Stabilität der Hrywnja weiterhin Druck auf einzelne Marktsegmente ausüben.

Prognosen der Experten: Wo liegen die Grenzen der Volatilität?

Spezialisten bewerten die aktuelle Situation als beherrschbar, aber sie erfordert sorgfältige Beobachtung. Taras Lesowoi, Direktor der Abteilung für Finanzmärkte und Investitionstätigkeit der Globus Bank, hat in einem Kommentar an RBC-Ukraine die wichtigsten Orientierungspunkte für die nahe Zukunft definiert.

Seiner Meinung nach wird der Dollar in einem engen Korridor gehalten werden:

  • Auf dem Interbankenmarkt: zwischen 44,4 und 45,1 Hrywnja.
  • Auf dem Bargeldmarkt: zwischen 44,3 und 45 Hrywnja.

Die Situation mit dem Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage bleibt angespannt. Die Nachfrage nach Devisen übersteigt das Angebot um etwa 10–15 %. Um das Gleichgewicht zu wahren und plötzliche Sprünge zu verhindern, muss die Nationalbank nach Einschätzung des Experten Währungsinterventionen in Höhe von 850 bis 900 Millionen Dollar pro Woche durchführen.

„Ein solches Volumen ist bezeichnend: Der Markt befindet sich nicht im perfekten Gleichgewicht, zeigt aber auch keine Anzeichen von Unkontrollierbarkeit', so Lesowoi.

Warum ist der Euro volatiler als der Dollar?

Im Gegensatz zum Dollar, der eine relative Stabilität zeigt, bleibt der Euro anfälliger für externe Schocks. Experten führen dies auf das aktuelle Verhältnis der Währungen an den Weltmärkten zurück, das im Bereich von 1,15 bis 1,18 Dollar pro Euro erwartet wird. Bei einem solchen Szenario könnte der Euro-Kurs in der Ukraine zwischen 51 und 52,5 Hrywnja schwanken.

Der wichtigste Treiber der Instabilität der europäischen Währung bleibt die Lage im Nahen Osten. Die Eskalation des Konflikts in der Region beeinflusst direkt die Ölpreise, die Stimmung der Investoren und die Dynamik der wichtigsten Weltwährungen. Aus diesem Grund könnte der Euro in den kommenden Tagen eine erhöhte Volatilität aufweisen, selbst wenn der ukrainische Markt insgesamt stabil bleibt.