Am 15. August 2026 gedenken die orthodoxen Christen eines der zwölf größten Festtage des Kirchenjahres – der Dormition (des „Einschlafens“) der Allheiligen Gottesmutter. An diesem Tag erinnern die Gläubigen an das Ende des irdischen Lebens der Jungfrau Maria. Das Fest hat ein festes Datum und wird nach dem neu-julianischen Kalender begangen. Die Kirche betont, dass dieser Tag nicht als Todestag oder gewöhnliche Ruhestätte verstanden wird, sondern das „Einschlafen“ der Gottesmutter symbolisiert. Gemäß der kirchlichen Überlieferung hat der Herr den Leib Seiner Mutter nicht im Grab zurückgelassen, sondern sie nach ihrer Dormition in den Himmel aufgenommen.

Mittelpunkt des Gottesdienstes: Der Dormitionskathedrale und das 975. Jubiläum der Lavra

Hauptereignis des Tages wird der feierliche Gottesdienst in der Dormitionskathedrale der Kiewer Höhlenkloster-Lavra sein. Um 9:00 Uhr wird ihn der Hochwürdigste Metropolit von Kiew und ganz Ukraine, Epiphanios, leiten. Eine besondere Bedeutung erhält dieses Ereignis durch das historische Datum: Die feierliche Liturgie ist dem 975. Jahrestag der Gründung des Heiligen Dormitionsklosters der Kiewer Höhlenkloster-Lavra gewidmet. Dies macht die Feierlichkeiten im Jahr 2026 zu einem bedeutenden Ereignis für die gesamte Ukrainische Orthodoxe Kirche.

Auf den Ikonen dieses Festes wird dieser mystische Moment oft so dargestellt: In der Mitte befindet sich Jesus Christus, der die Seele der Gottesmutter in Form eines Säuglings auf den Armen hält. Dies symbolisiert ihre Heiligkeit, Unschuld und geistige Reinheit. Dem Fest geht eine zweiwöchige Dormitionsfastenzeit voraus, die die Gläubigen mit besonderem Eifer befolgen.

Traditionen und Online-Übertragungen: Zugänglichkeit des Gebets

Am Vorabend, dem 14. August, wird in den Kirchen eine Wache (Vigil) abgehalten. Eine Besonderheit dieses Gottesdienstes ist das mögliche Herausbringen eines mit Blumen geschmückten Leichentuchs der Gottesmutter in die Mitte des Tempels. Die Dormition hat einen Vortag und acht Nachfeiertage, wobei der Festabschluss auf den 23. August fällt.

In der modernen Welt haben die Gläubigen die Möglichkeit, sich dem Gebet nicht nur persönlich, sondern auch auf Distanz anzuschließen. Die Online-Übertragung des Gottesdienstes findet auf den Seiten der UOK und des Metropoliten Epiphanios auf Facebook sowie auf dem YouTube-Kanal der UOK statt. Zuvor berichtete RBK-Ukraine über die Position der UOK bezüglich Online-Übertragungen: Die Kirche erklärt, dass die Übertragung den Gläubigen helfen kann, sich dem gemeinsamen Gebet anzuschließen, wenn sie nicht persönlich im Tempel anwesend sein können, ersetzt jedoch nicht den echten Gottesdienst und die persönliche Teilnahme an den Sakramenten. Dennoch gilt das Online-Format nicht als inakzeptabel – es ist eine zusätzliche Möglichkeit, in Kontakt mit der Kirchengemeinschaft zu bleiben.