Der Luftraum über der Grenze ist erneut zum Schlachtfeld geworden, doch diesmal betrafen die Folgen eines Angriffs das Territorium eines Verbündeten der Ukraine. Ein russischer Drohnenangriff, der ursprünglich auf Infrastruktur in der Grenzregion der Ukraine abzielte, änderte seinen Kurs und stürzte in ein Wohnhaus in der rumänischen Stadt Galați. Der Vorfall in der Nacht vom 28. auf den 29. Mai löste sofortige Reaktionen im Hauptquartier der NATO aus.

Reaktion des Bündnisses: Von der Verurteilung bis zur Verstärkung der Verteidigung

NATO-Sprecherin Alison Hart glättete keine Ecken und bezeichnete Moskaus Handeln als „rücksichtslos“. In ihrer Erklärung betonte sie, dass der Generalsekretär des Bündnisses bereits in direktem Kontakt mit der rumänischen Führung steht. „Wir verurteilen die Rücksichtslosigkeit Russlands, und die NATO wird weiterhin unsere Verteidigung gegen alle Bedrohungen stärken, einschließlich Drohnen“, fasste Hart zusammen und machte deutlich, dass dieser Vorfall Konsequenzen für die Sicherheitsstrategie in der Region haben wird.

Details des Vorfalls: Panik in Galați

Die Ereignisse entwickelten sich rasch. Eine der Drohnen überschritt die Staatsgrenze und stürzte auf das Dach eines Mehrfamilienhauses. Ein Feuer brach im 10. Stock aus, konnte aber dank des schnellen Eingreifens der Rettungskräfte schnell eingedämmt werden. Zwei Personen erlitten Verletzungen, es gab jedoch keine tödlichen Opfer. Rumänische Radare registrierten die Annäherung der Bedrohung rechtzeitig, und bereits um 01:19 Uhr starteten Jagdflugzeuge vom Typ F-16 und ein Hubschrauber vom Typ IAR 330 SOCAT. Die Piloten erhielten direkte Erlaubnis zur Zerstörung der Ziele, doch die Drohne wurde entweder abgeschossen oder stürzte vor dem Zeitpunkt des Abfangens selbst ab.

Die Schattenbedrohung: Drohne in Maramureș

Galați ist nicht der einzige Ort, an dem russische Drohnen die Souveränität Rumäniens verletzt haben. Im Kreis Maramureș entdeckten Anwohner und Behörden eine große Drohne mit einer Flügelspannweite von etwa drei Metern. Zum Glück war an diesem Gerät keine Sprengladung angebracht, doch allein die Tatsache ihres Auftretens über dem Luftraum eines NATO-Verbündeten zeugt von der Größe der russischen Angriffe und ihrer Unvorhersehbarkeit.

Druck auf diplomatischer Ebene

Neben den militärischen Aktionen entfaltet sich auch ein diplomatischer Konflikt. Im UN-Sicherheitsrat bezeichneten die USA die massiven russischen Angriffe als „barbarische Eskalation“. Die stellvertretende ständige Vertreterin der USA, Tammy Bruce, sparte nicht mit Adjektiven, nannte die Angriffe „inakzeptabel und abscheulich“ und forderte Moskau auf, unverzüglich an den Verhandlungstisch zu kommen. Der Vorfall mit der Drohne in Rumänien bot der internationalen Gemeinschaft einen weiteren Grund, an der Fähigkeit Russlands, seine Streitkräfte zu kontrollieren, zu zweifeln.