Am Tag des 15. September 2026 näherte sich ein unbekanntes unbemanntes Luftfahrzeug der US-amerikanischen Raketenabwehrbasis in Redzikowo im Woiwodschaft Pommern in Polen. Laut Medienberichten unternahmen die auf dem Objekt diensthabenden Soldaten keine Versuche, das UAV abzuschießen oder auf andere Weise unschädlich zu machen: Ihre erste Reaktion war ein Anruf bei der einheitlichen Notrufnummer 112. Der Vorfall löste angesichts der anhaltenden Spannungen in der Region und der jüngsten Luftalarme in den baltischen Staaten und Osteuropa breite Resonanz aus.
Vorfall in Redzikowo
Das polnische Verteidigungsministerium bestätigte die Informationen über den Flug der Drohne in der Nähe des US-Militärobjekts. Dabei betonte die Behörde, dass es sich nach ihrer Einschätzung um ein rein ziviles unbemanntes Luftfahrzeug handelte, das keine Bedrohung darstellte und die gesamte Zeit unter Beobachtung stand. Den Angaben der Militärs zufolge flog das Gerät nicht unmittelbar über dem Gebiet der Basis, verletzte jedoch die Zone, in der der Flug unbemannter Luftfahrzeuge verboten ist – etwa einen Kilometer vom Objekt entfernt.
Reaktion der Militärs und Position des Verteidigungsministeriums
Laut Angaben der Militärs versuchten die auf der Basis diensthabenden Kräfte nicht, das UAV zu zerstören, sondern beschränkten sich auf die Inanspruchnahme der Notdienste über die Nummer 112. Das polnische Verteidigungsministerium hat nach vorliegenden Informationen bereits den Ort ermittelt, von dem aus das Gerät gesteuert wurde. Dies ermöglicht es den Behörden, die für den Start verantwortliche Person oder Personengruppe zu identifizieren und zu bewerten, ob die Verletzung absichtlich erfolgte oder auf einen technischen Fehler des Piloten eines zivilen Drohnen zurückzuführen war.
Widersprüchliche Angaben
Zwischen den Versionen der Beteiligten gibt es deutliche Abweichungen. Zeitungen, die sich auf Militärs berufen, betonen, dass die Drohne den „Luftraum“ des Objekts verletzt habe und die Militärs faktisch keine aktiven Maßnahmen zu ihrer Neutralisierung ergriffen hätten. Das polnische Verteidigungsministerium erklärt demgegenüber, das UAV sei nicht über der Basis geflogen, sondern habe lediglich die Flugverbotszone im Radius von etwa einem Kilometer verletzt, und charakterisiert es als zivil und nicht bedrohlich. Somit spricht eine Seite von einer Verletzung des Luftraums eines Militärobjekts, die andere von einem Flug in einer Verbotszone in dessen Nähe; der Status des Geräts wird ebenfalls unterschiedlich interpretiert: von „unbekanntem UAV“ bis „ziviler Drohne unter Beobachtung“.
Reaktion der Führung und regionale Kontext
Der polnische Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz erklärte, er erwarte den vollständigen Bericht über den Vorfall, und versprach, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, falls bei der Prüfung Verstöße festgestellt werden. Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund erhöhter Spannungen: Am späten Abend des 21. September 2026 wurde in Polen und Lettland aufgrund der Bedrohung durch einen Luftangriff Kampfflugzeuge in die Luft beordert, was vor dem Hintergrund eines massiven Drohnenangriffs auf die Ukraine geschah. Zudem kündigte Warschau die Installation von Sirenen an der Grenze zur Ukraine an, was laut Angaben der Behörden auf russische Angriffe zurückzuführen sei.