In der Nacht zum 29. Mai erleuchteten mächtige Explosionen den Himmel über dem russischen Wolgograd. Lokale Bewohner berichteten von ununterbrochenen Einschlägen, die die Stadt erschütterten. Nach neuesten Berichten war das Ziel des Angriffs mit unbemannten Fluggeräten ein strategisch wichtiger Ort – die Ölraffinerie „Lukoil-Wolgogradneftepererabotka“.
Die Lage vor Ort entwickelt sich rasch. Russische Telegram-Kanäle haben bereits gezählt: Dies ist mindestens der zehnte Angriff auf diese Raffinerie seit Beginn des umfassenden Krieges. Augenzeugen veröffentlichen Aufnahmen eines massiven Brandes, der von weitem sichtbar ist. Eine Expertenanalyse von Bildern durch den Dienst Astra bestätigt: Das Feuer hat tatsächlich das Gelände der Raffinerie erfasst, und die Entfernung vom Aufnahmepunkt zum Epizentrum beträgt etwa 30 Kilometer.
Angriffe auf zivile Objekte
Neben dem industriellen Ziel trafen die Schläge auch Wohngebiete. Der Gouverneur der Wolgograder Region, Andrei Tschernyschew, gab offiziell bekannt, dass einer der Drohnen in ein Mehrfamilienhaus im Krasnooktyabrski-Rajon einschlug. Zum Glück gab es nach seinen Worten keine Verletzten unter den Bewohnern, doch allein die Tatsache eines Treffers in einem Wohngebiet zeigt die hohe Intensität des Angriffs.
Strategische Bedeutung des Ziels
Die Raffinerie „Lukoil-Wolgogradneftepererabotka“ ist nicht nur ein Unternehmen, sondern eines der wichtigsten Vermögenswerte des größten russischen Ölunternehmens. Jedes Jahr werden hier mehr als 15 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet. Das Unternehmen spezialisiert sich auf die tiefe Verarbeitung von Rohstoffen und die Herstellung von Produkten, die für das Militär und die Wirtschaft von entscheidender Bedeutung sind: Benzin, Diesel- und Flugzeugtreibstoff sowie Bitumen und Heizöl.
Zur Erinnerung: Im Februar dieses Jahres wurde Wolgograd bereits einem massiven Angriff ausgesetzt, bei dem auf der Raffinerie ein großer Brand ausbrach. Die Wiederholung dieses Szenarios im Mai zeigt, dass russische Ölraffineriekapazitäten weiterhin eine Priorität für ukrainische Angriffe darstellen, die erheblichen Schaden an der Logistik und Wirtschaft Russlands verursachen.