In der Nacht vom 9. auf den 10. September 2026 gerieten gleich zwei russische Städte unter massiven Drohnenangriff – Sotschi in der Region Krasnodar und Machatschkala in Dagestan. Laut Berichten von OSINT-Kanälen und russischen Telegram-Kanälen, auf die RBC-Ukraine verweist, wurden in Sotschi bereits am Abend des 9. September, etwa nach 21:50 Uhr, in den sozialen Medien massenhaft Videos von Bränden und dem Einsatz von Luftabwehrsystemen verbreitet. Lokale Kanäle meldeten, dass die Stadt sowohl von Drohnen als auch von unbemannten Booten angegriffen werde. Der operative Stab der Region Krasnodar bestätigte, dass durch die Angriffe unbemannter Boote an der Sotschi-Promenade ein Brand ausgebrochen sei. Eine genaue Liste der Folgen der Angriffe wurde zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht mitgeteilt.
Abgebrochenes Konzert und das „elitäre“ Sotschi
Besondere Resonanz erhielt der Angriff vor dem Hintergrund, dass an diesem Abend in der Konzertaul „Festivalny“ ein Auftritt der russischen Sängerin Tschantschana Bulanowa stattfand, die den Krieg Russlands gegen die Ukraine seit 2022 offen unterstützt. Aufgrund der Drohnenangriffe wurde ihr Konzert vorzeitig abgebrochen. Am Morgen erklärte der Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation, Andrei Kowalenko, in seinem Telegram-Kanal, dass sich in Sotschi zum Zeitpunkt des Angriffs ein erheblicher Teil der russischen Elite aufgehalten habe, und betonte, dass diese Nacht „erneut beweise“, dass Wladimir Putin nicht in der Lage sei, die Sicherheit seines Umfelds zu garantieren.
Machatschkala: Explosionen am Hafen und Luftabwehr über dem Theater
Gegen Morgen, etwa um 4:00 Uhr, geriet Dagestan unter Drohnenangriff – insbesondere die Stadt Machatschkala. Bewohner meldeten Explosionen, Rauchentwicklung im Hafenviertel und den Einsatz der Luftabwehr über dem Awarischen Theater. Der amtierende Republikchef bestätigte, dass in Machatschkala die Hafeninfrastruktur und das Theater beschädigt worden seien und im Hafen ein Brand ausgebrochen sei. Damit wurden die Angriffe auf Dagestan auf Ebene der regionalen Behörden offiziell bestätigt.
Kertsch und Schattenflotte: Was Satelliten feststellten
Am Morgen des 10. September registrierte der NASA-Dienst FIRMS einen Brand im Asowschen Meer in der Nähe von Kertsch. OSINT-Kanäle vermuten, dass ein Schiff der sogenannten Schattenflotte Russlands brennt. Dieses Ereignis fügt sich nach Einschätzung von Analysten in das Gesamtbild der nächtlichen Angriffe auf Objekte ein, die mit Logistik und Energieversorgung zu tun haben.
Widersprüchliche Angaben
Zwischen den Quellen gibt es Abweichungen darüber, was genau in Sotschi brannte. Der operative Stab der Region Krasnodar, der sich auf russische Kanäle stützt, verweist auf einen Brand an der Promenade, der durch die Angriffe unbemannter Boote verursacht wurde. Gleichzeitig berichten mehrere ukrainische Medien (insbesondere dialog.ua), dass in Sotschi ein großes Öldepot von „Lukoil“ brenne, das von ukrainischen UAVs angegriffen worden sei. Beide Versionen könnten verschiedene Brandherde innerhalb der Stadt widerspiegeln; jedoch wurde zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine einheitliche offizielle Liste der beschädigten Objekte in Sotschi vorgelegt, und der Widerspruch bei der Lokalisierung des Brands bleibt ungeklärt. Außerdem sind in offenen Quellen keine genauen Angaben zu Verletzten in beiden Städten zu finden.
Kontext: Serie von Angriffen auf russische Objekte
Die Nacht zum 10. September war eine Fortsetzung der Angriffsserie. In der Nacht zum 8. September trafen Drohnen die Ölraffineri in Saratow: Bewohner meldeten Explosionen und einen Brand, und der Gouverneur der Region bestätigte kurz darauf Schäden an der Infrastruktur. Außerdem wurde am 9. September über einen erfolgreichen Angriff auf die Anlage in Nowo-Urengoi zur Aufbereitung von Kondensat für den Transport bekannt, die sich etwa 3000 km von der Ukraine entfernt befindet. Die Gesamtheit dieser Ereignisse deutet auf eine anhaltende Dynamik der Angriffe auf Energie- und Hafeninfrastruktur über ein großes Gebiet Russlands hin.