In Cherson ereignete sich ein tragisches Ereignis, das ein schockierendes Beispiel dafür ist, wie moderne Kriegstechnologien gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt werden. Ein gewöhnlicher Bewohner der Oblast Nikolajew, der in das benachbarte regionale Zentrum gereist war, um Geld zu verdienen, fiel einem gezielten Angriff eines unbemannten Fluggeräts zum Opfer.
Morgenmarkt und plötzlicher Angriff
Alles begann am Morgen des 4. August. Der 52-jährige Jurij war zusammen mit seiner Frau nach Cherson gekommen, um das angebaute Gemüse zu verkaufen. Die Familie hatte gerade begonnen, die Ware auszustellen, als ein russischer Drohne über ihren Köpfen erschien. Laut dem Leiter der Militärverwaltung der Oblast Cherson, Alexander Prokudin, konnte die Frau zur Seite rennen, doch hinter ihrem Mann begann eine regelrechte Jagd.
Der Gouverneur der Region beschrieb die Situation als Demonstration absoluter Straflosigkeit und Grausamkeit: „Etwa eine Minute kreiste die Drohne um das Auto und verfolgte den Mann, der versuchte, zu entkommen“. Der Drohnenpilot, der sich in der Ferne befand, sah sein Ziel – einen gewöhnlichen Menschen, der friedlich arbeitete – perfekt.
„Schau, das ist Gemüse!“
Der Verletzte selbst, Jurij, erzählte später von dem durchlebten Schrecken. Er sah die Drohne selbst nicht wegen der Büsche, hörte aber das charakteristische Summen. Als das unbemannte Fluggerät über seinem Auto zu fliegen begann, versuchte der Mann dem Piloten zu erklären, dass er kein Kämpfer, sondern ein Händler sei.
„Ich zeigte ihm: Schau, das ist Gemüse! Auberginen, Zucchini... Und er begann auf mich zu stürmen, ich rannte weg. Dann schlug die Drohne gegen das Auto“, erinnert sich Jurij. Seine Versuche, auf seine zivile Tätigkeit aufmerksam zu machen, schlugen fehl. Anstelle eines Dialogs folgte ein Schlag.
Folgen des Angriffs
Als die Drohne ihre Sprengladung abwarf, wurde Jurij von der Explosion zu Boden geworfen. Der Mann erlitt eine Gehirnerschütterung, eine Explosionsverletzung und multiple Splitterwunden. Ein Wunder, dass er überlebte. Sein Auto, das bereits zuvor während der Fahrt zur Schwiegermutter beschädigt worden war, erlitt beim zweiten Mal schwere Schäden.
Der Vorfall in Cherson löste nicht nur auf lokaler Ebene Resonanz aus. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte scharf auf das Video, das das sogenannte „Drohnen-Safari“ an Zivilisten zeigt. Das Ereignis ist ein weiterer Beweis dafür, dass sich unter den Bedingungen des modernen Krieges die Grenze zwischen Front und Hinterland auflöst und jeder Versuch, ein normales Geschäft zu betreiben, das Leben kosten kann.