In der Nacht zum 8. Juli ereignete sich auf dem Territorium Russlands ein großangelegter Angriff mit unbemannten Fluggeräten. Laut russischen Telegram-Kanälen und OSINT-Communities trafen die Schläge auf zwei Städte – Saratow und Borissoglebsk. In beiden Ortschaften wurden Brände registriert.
Saratow: Alarm und Explosionen
Die offizielle Bestätigung der Bedrohung kam vom Gouverneur der Region Saratow, Ruslan Busargin. Gegen 02:14 Uhr veröffentlichte er eine Mitteilung in den sozialen Medien und wies darauf hin, dass das russische Verteidigungsministerium über einen möglichen Drohneneinsatz informiert habe. Busargin teilte mit, dass in den potenziell gefährdeten Gebieten die Warnsysteme ausgelöst wurden und alle Notdienste in den Zustand der vollen Einsatzbereitschaft versetzt wurden.
Die Lage in der Stadt verschärfte sich schnell. Ab 02:40 Uhr begannen Anwohner von Explosionen zu berichten. Bald identifizierten OSINT-Publikationen das Angriffsziel – das Saratower Erdölraffineriewerk (SNPZ), weithin bekannt als „Cracking“. Im Internet erschienen Aufnahmen, die einen aktiven Brand im Bereich des Industrieanzeigens zeigten.
Infolge des Vorfalls wurden am lokalen Flughafen vorübergehende Einschränkungen für die Abfertigung und Abflug von Flugzeugen eingeführt.
Borissoglebsk: Kontroversen über das Angriffsziel
In derselben Nacht wurde auch Borissoglebsk in der Region Woronesch von Drohnen getroffen. Auch dort wurde ein Brand registriert, doch das genaue Angriffsziel bleibt in der Informationslandschaft umstritten.
Unterschiedliche Quellen liefern widersprüchliche Informationen: Einige berichten von einem Angriff auf eine Ölbasis, andere deuten auf einen Flugplatz hin. Nach den neuesten Daten sind auf diesem Flugplatz Jagdflugzeuge Su-34, Su-35, Su-30SM und andere Luftfahrzeuge stationiert.
Kontext: Serie von Angriffen auf die Energieinfrastruktur
Der Angriff auf das Saratower Erdölraffineriewerk ist kein Einzelfall. In der Nacht zum 31. Mai hatten die ukrainischen Verteidigungskräfte bereits denselben Objekt getroffen, was ebenfalls zu einem Brand führte. Das Werk ist eines der wichtigsten Unternehmen der Erdölraffinerieindustrie im Wolgagebiet.
Schon vor einer Woche, am 6. Juli, führte ein ähnlicher Angriff zur Stilllegung des Omsker Erdölraffineriewerks – des größten in Russland.
Der Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation, Andrei Kowalenko, hatte zuvor erklärt, dass der Treibstoffmangel in Russland vor dem Hintergrund massiver Angriffe auf Raffinerien zunehmen werde. Laut ihm funktionieren bereits mehrere führende Erdölraffinerien des Landes nicht mehr im normalen Betriebsmodus.