In der Nacht zum 18. Juni geriet die vorübergehend besetzte Krim erneut unter Beschuss ukrainischer Drohnen. Diesmal waren kritische Verkehrsadern der Halbinsel das Ziel – zwei Brücken, die die Logistik der russischen Truppen sicherstellen.
Informationen über den Angriff stammen vom pro-ukrainischen Telegram-Kanal „Krimskij Weter“, auf den sich RBC-Ukraine beruft. Nach Augenzeugenberichten gab es im Dorf Rasdolnoje im Rajon Tschornomorsk (ehemals Itschkinski) etwa 20 starke Explosionen.
Ziele des Angriffs: Die „Humpback“-Brücke und die Eisenbahnstrecke
Zwei strategische Objekte in unmittelbarer Nähe zueinander wurden getroffen. Das erste Ziel war die Eisenbahnbrücke über den Nordkrim-Kanal. Über diese Strecke transportiert Russland schwere Militärtechnik und Kraftstoff für seine Einheiten, die im Süden der Ukraine stationiert sind.
Das zweite Angriffsziel war die Autobahnbrücke, die im Volksmund als „Humpback“ bekannt ist. Sie befindet sich ebenfalls in der Nähe der Eisenbahnüberführung und spielt eine wichtige Rolle in der regionalen Verkehrsanbindung.
Der genaue Umfang der Schäden an beiden Bauwerken ist derzeit unbekannt. In sozialen Medien sind jedoch bereits Aufnahmen erschienen, die Explosionen und einen Großbrand in der Nähe der Eisenbahnbrücke zeigen.
Strategie der Isolierung der Halbinsel
Diese Angriffe passen in die allgemeine Strategie der ukrainischen Streitkräfte, die Krim zu blockieren. Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hatte zuvor erklärt, dass ukrainische Drohnen die Halbinsel bereits effektiv blockieren und sie in naher Zukunft zu einer isolierten „Insel“ werden könnte.
Der Kommandeur der unbemannten Kampfsysteme, Robert Browda, bekannt unter dem Rufnamen „Madjar“, bestätigte diese Absichten und stellte fest, dass die Ukraine in naher Zukunft plant, die Krim vollständig von Russland abzuschneiden.
Das russische Kommando scheint die Bedrohung zu erkennen. Der Sprecher der ukrainischen Marine, Dmytro Pletentschuk, berichtete, dass die Besatzer eine Landung ukrainischer Fallschirmjäger auf der Halbinsel fürchten. Infolgedessen verstärkt Russland aktiv die Verteidigung der Krim und bereitet sich auf ein mögliches Szenario des Durchbruchs der Blockade vor.