Im rumänischen Hafen von Constanța ist es zu einem neuen Vorfall mit einem unbemannten Fluggerät gekommen, der eine sofortige Reaktion auf höchster Ebene der Europäischen Union ausgelöst hat. Die Führer des Blocks haben eine Serie von Vorfällen in Rumänien mit dem fortgesetzten Krieg Russlands gegen die Ukraine in Verbindung gebracht und ihre volle Solidarität mit dem Nachbarn bekräftigt.
Unmittelbare Bedrohung an der EU-Grenze
Präsident des Europäischen Rates António Costa betonte in seiner Erklärung, dass die Explosion einer Drohne in Constanța bereits der dritte bedeutende Sicherheitsvorfall in Rumänien in den letzten Wochen war. Nach seinen Worten sind diese Ereignisse eine direkte Folge der russischen Aggression.Costa verurteilte die wiederholten Verletzungen des Luftraums der Mitgliedstaaten und bekräftigte das Engagement der EU für die Sicherheit aller Länder der Union. Er versprach Rumänien zudem volle Unterstützung in der aktuellen Situation.
Europakommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellte in ihrem Beitrag im sozialen Netzwerk X fest, dass die Seedrohne den Hafen von Constanța erst eine Woche nach dem Aufprall einer anderen Drohne auf ein Wohnhaus in der Stadt Galați erreicht hat. Sie bezeichnete dies als direkte Folge des Krieges und wies darauf hin, dass die Bedrohung für die Länder an der Ostgrenze Europas zunehmend realer wird.
Details zu den Vorfällen und deren Folgen
In der Nacht zum 29. Mai griff eine russische Drohne vom Typ „Geran-2“ (ein Analogon zum iranischen „Schahed“) ein Hochhaus in Galați an. Durch den Treffer brach im zehnten Stock ein Feuer aus, zwei Menschen erlitten Verletzungen. Die rumänischen Luftstreitkräfte gaben bekannt, dass eine physische Abfangung des Ziels nicht möglich war: Von der Entdeckung bis zum Absturz der Drohne vergingen nur vier Minuten.
Auch der heutige Vorfall im Hafen von Constanța blieb nicht folgenlos, obwohl es glücklicherweise keine Verletzten gab. Bei der Überprüfung wurden im Gewässer drei weitere Boote mit Sprengstoff entdeckt, die nicht explodierten. Das rumänische Verteidigungsministerium hat bereits die tatsächlichen Umstände des Geschehens geklärt.
Europas Antwort: Investitionen und das SAFE-Programm
Ursula von der Leyen betonte, dass die Reaktion der EU der Dringlichkeit der Situation entsprechen müsse. Sie erinnerte daran, dass Europa bereits massiv in die Entwicklung von Drohnenabwehrsystemen, Luftabwehrmitteln und Frühwarnsystemen investiert.
Besonderes Augenmerk wurde auf das SAFE-Programm gelegt, das nach Ansicht der Kommissionspräsidentin dazu beitragen wird, ein stärkeres Rumänien und damit eine stärkere Europa aufzubauen. Von der Leyen erklärte, dass die Solidarität mit jedem Mitgliedstaat, der solchen Bedrohungen ausgesetzt ist, absolut sei.