Das Unternehmen D.TRADING, das zur Energiegruppe DTEK gehört, hat einen ausführlichen Kommentar veröffentlicht, in dem es erklärt, wie ukrainische und europäische Investoren Erträge aus Energiespeichersystemen (BESS) erzielen können. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf einen Beitrag der Fachzeitschrift ExPro. Im Interview betonten die Leiter der jeweiligen Fachbereiche von D.TRADING – Jorich Sachartschenko und Stanislaw Dudka –, dass Flexibilitätstechnologien und Speichersysteme nicht für eine einzelne Marktsparte entwickelt wurden, sondern um aus einer Gesamtheit von Marktsituationen Kapital zu schlagen; das maximale Ergebnis werde gerade durch die Kombination der Nutzung aller verfügbaren Marktsegmente erzielt.
Volatilität des ukrainischen Markts als Haupttreiber der Rendite
Laut Jorich Sachartschenko, Leiter der Abteilung für erneuerbare Energien, dezentrale Erzeugung und verteilte Erzeugung bei D.TRADING, schafft die aktuelle Volatilität des ukrainischen Energiemarkts für Betreiber von Speichersystemen erhebliche Möglichkeiten. Die im Interview genannte konkrete Zahl illustriert das Ausmaß: In Phasen der Sommerhitze kann die Rendite eines Zyklus für eine Zweistunden-Batterie rund 30.000 Hrywnja pro 1 MW installierter Leistung erreichen. Das bedeutet, dass bei mehreren Zyklen pro Tag in den Spitzenmonaten die Batterie einen spürbaren Cashflow erzeugt, der zusammen mit den Erträgen aus anderen Marktmechanismen (Arbitrage, Reservekapazitäten, Regelenergie) eine tragfähige Projektwirtschaftlichkeit bildet.
Investitionsausgaben und Amortisationshorizont
Bei D.TRADING wird die Amortisationszeit einer Zweistunden-Batterie auf etwa 3–4 Jahre geschätzt. Um diesen Wert zu erreichen, dürfen die Kapitalinvestitionen 300.000 Euro pro 1 MW Leistung nicht überschreiten; als entscheidende Bedingung wird ein effizientes kommerzielles Management genannt. Damit unterstreicht das Unternehmen, dass die bloße Installation eines Speichersystems keine Rückzahlung der Investition garantiert – entscheidend ist die Qualität der Handelsstrategie und der operativen Steuerung über den gesamten Lebenszyklus der Anlage.
Grenzüberschreitende Integration: Die Batterie konkurriert nicht nur mit der Nachbarbatterie
Der Leiter des europäischen Handels mit Strom, Stanislaw Dudka, wies darauf hin, dass der Ausbau der Speicherkapazitäten in Bulgarien, Rumänien, Griechenland und anderen EU-Ländern sowie die grenzüberschreitenden Stromflüsse und die weitere Integration der europäischen Märkte die Handelsgewinne über die Grenzen eines einzelnen Landes hinaus erheblich erweitern. „Eine Batterie konkurriert nicht nur mit der Batterie hinter dem nächsten Umspannwerk. Auf dem immer stärker integrierten europäischen Markt beeinflussen Speicher in einem Land die Preisgestaltungsmöglichkeiten in den Nachbarmärkten“, erläuterte Dudka. Für einen ukrainischen Investor bedeutet das, dass bei der Projektmodellierung nicht nur die Prognose des Inlandsmarkts, sondern auch die Entwicklung der Speicher- und Regelkapazitäten in den Nachbarstaaten berücksichtigt werden muss.
Kommerzielles Management rückt in den Vordergrund
Bei D.TRADING wird betont, dass der Investitionsvalue eines BESS zunehmend nicht nur durch das eingesetzte Kapital, die Leistung und die Kapazität der Batterie, sondern auch durch das Modell der Ertragssteuerung bestimmt wird. „Eine Batterie zu bauen, ist nur der erste Teil der Investitionsentscheidung. Der zweite Teil besteht darin zu bestimmen, wer und nach welchem Modell ihre Erträge in den kommenden Jahren steuern wird“, fasste das Unternehmen zusammen. Dieser Punkt verschiebt den Schwerpunkt de facto von der ingenieurtechnischen Komponente des Projekts auf die finanz- und handelsbezogene Expertise und ändert damit die Anforderungen an die Kompetenzen des Investors oder des beauftragten Betreibers.
Veränderung der Auftragsstruktur: Speicher verdrängen Solaranlagen
Als Kontext für die Trendbewertung dient zuvor veröffentlichte Statistik von „Jasno“ (YASNO): Rund 65 % der Energieausrüstung, die das Unternehmen für Geschäftskunden installiert, entfallen auf Energiespeichersysteme. Noch vor wenigen Jahren dominierten in der Auftragsstruktur deutlich die Solaranlagen. Der Verschiebung der Anteile zu zwei Dritteln zugunsten von BESS wurde vor dem Hintergrund steigender Margen der Speicherlösungen und sinkender spezifischer Kosten von Lithium-Ionen-Batterien verzeichnet, was diese zu einem attraktiven Instrument der Portfolio-Diversifikation für Unternehmenskunden und Investoren macht.