Im Oktober 2026 findet in London der WBO-Schwergewicht-Weltmeisterschaftsrevanchekampf zwischen Daniel Dubois und Fabio Wardley statt. Beide Boxer sind Briten, und ihr erster Kampf hat bereits den Gürtelträger bestimmt: Dubois sicherte sich den Sieg, und nun bereiten sich beide Seiten auf die zweite Runde ihrer Rivalität vor. Offizielle Queensberry-Promo-Materialien, die den Kampf unter dem Tag #DuboisWardley2 ankündigten, verzeichneten die Gewichte der Teilnehmer mit 253,9 lbs bzw. 248,3 lbs für Dubois und Wardley. Eine Analyse der Stärken und Schwächen beider Schwergewichtler sowie eine Prognose zum Ausgang des Rückkampfs liefert der Analyst Oleksandr Tschepylko in einem Artikel von Sport RBC.UA.

Eingeschränkter Boxer gegen vielseitigen Herausforderer

Nach Einschätzung von Tschepylko ist Wardley „ein deutlich eingeschränkterer Boxer“. Der Analyst kennt ihn noch aus Sparrings mit Oleksandr Usyk und hat seine frühen Profikämpfe in Riad und London live gesehen. Das Fazit: Man hat es mit „einfach einem kräftigen Kerl im Schwergewicht“ zu tun, ohne „Super-Schlag“ und besondere „Tricks“. Wardley nimmt Schläge nur bedingt hin — in Schlagabtauschen wie denen im ersten Kampf gegen Dubois hielt er bereits nicht mehr stand. Genau diese Einschränkung macht ihn aus Sicht des Autors im Rückkampf verwundbar.

Körperliche Überlegenheit und Dubois' „Verstand“

Dubois hingegen zeichnet sich als körperlich stärkerer und vielseitigerer Boxer aus. Er hat „für einen Schwergewichtler recht schnelle Hände“ und „hat im Prinzip einen Schlag“. Als entscheidenden Vorteil nennt Tschepylko seinen „Fokus auf das Ergebnis“: Dubois sieht, was getan werden muss, und tut genau das, ohne sich ablenken zu lassen. Gleichzeitig stellt der Analyst fest, dass Dubois es noch an Boxing-IQ mangelt — und etwas mehr „Verstand“ würde ihn zu einem „starken Top-Mann“ machen, der möglicherweise mehr als nur einen Gürtel gewinnen könnte.

Der Trainerfaktor: Don Charles

Als separates Argument für Dubois nennt Tschepylko dessen Trainer Don Charles — einen bekannten und angesehenen britischen Mentor, der „auf die 60 zugeht“. Charles ist als Psychologe bekannt, der es versteht, „an den richtigen Fäden zu ziehen“, damit sein Schützling richtig boxt. Diese Arbeit an Psychologie und Taktik stärkt laut Einschätzung des Analysten die Position von Dubois vor dem Titelrückkampf.

Prognose: Vorzeitiger Sieg für Dubois

Tschepylkos Schlussergebnis tendiert dazu, dass Dubois die Revanche gewinnen wird. Unter Berücksichtigung der Klasse des Schwergewichts und des Verlaufs des ersten Kampfes glaubt der Analyst, dass das zweite Duell „höchstwahrscheinlich wieder vorzeitig enden wird“. Diese Prognose deckt sich mit der Meinung anderer Experten: Insbesondere nannte auch der Ex-Weltmeister Carl Froch Dubois als Favoriten für den Rückkampf. Um den Londoner Kampf bildet sich somit ein stabiler Konsens zugunsten des amtierenden Champions, auch wenn der Kampf selbst, wie jeder Schwergewichtstitelkampf, das Risiko eines unerwarteten Szenarios birgt.