Der nächtliche Angriff auf die Ukraine gehörte zu den größten der letzten Zeit. Laut dem Sprecher der Luftstreitkräfte, Jurij Ignat, setzte der Gegner 419 Luftangriffsmittel ein. Der Hauptschlag traf Kiew, wo die Folgen des Angriffs besonders schwerwiegend waren.

Mangel an Abfangraketen und Verwundbarkeit der Luftabwehr

Die wichtigste Nachricht der Nacht war das Eingeständnis der ukrainischen Streitkräfte: Keine einzige ballistische Rakete, die auf die Hauptstadt flog, konnte abgeschossen werden. Gleichzeitig blieb die Effektivität der Luftabwehr gegen Marschflugkörper und Drohnen hoch. Nach Angaben von Ignat zerstörten die ukrainischen Himmelsverteidiger 31 Marschflugkörper vom Typ Ch-101 und sechs „Kalibr“-Raketen sowie Hunderte von Drohnen.

Der Gegner setzte jedoch auf ballistische Raketen und nutzte dabei den kritischen Mangel an Abfangraketen für die „Patriot“-Systeme. Jurij Ignat betonte, dass das Problem nicht nur in der Ukraine, sondern weltweit besteht: Die Vorräte an Abfangraketen sind erschöpft.

„Es gibt einen bestimmten, ernsthaften Mangel in der Ukraine, es gibt einen ernsthaften Mangel an Abfangraketen weltweit“, erklärte der Sprecher der Luftstreitkräfte. Nach seinen Worten lag die Erfolgsquote bei Marschflugkörpern nahe 100 %, doch ballistische Ziele erwiesen sich als deutlich schwieriger abzufangen.

Massiver Angriff: Statistiken und Folgen

Infolge des Angriffs wurden Treffer von 23 ballistischen und sechs Seezielflugkörpern sowie 18 Kampfdrohnen an 34 Orten registriert. An weiteren 16 Punkten fielen Trümmer abgeschossener Ziele. Der Gegner setzte nicht nur ballistische Raketen ein, sondern auch Hyperschallraketen „Zirkon“ und „Oniks“, von denen einige von der Luftabwehr nicht abgeschossen werden konnten.

Vorläufige Daten zeigen, dass die ukrainische Verteidigung 363 von 419 Luftzielen zerstörte oder neutralisierte. Dennoch führten Lücken in der Verteidigung zu schweren Zerstörungen in Kiew.

Opfer und Zerstörungen in der Hauptstadt

Nach dem nächtlichen Angriff stieg die Zahl der Opfer in Kiew drastisch an. Der Bürgermeister der Stadt meldete 11 Tote und 46 Verletzte. Zerstörungen wurden in mehreren Stadtteilen der Hauptstadt registriert. Auf Fotos vom Tatort sind verbrannte Fahrzeuge, Gebäuderuinen und tätige Feuerwehrleute zu sehen, die versuchen, Brandherde zu löschen.

Warnung von Selenskyj und der diplomatische Aspekt

Die Himmelsverteidiger stellten fest, dass Präsident der Ukraine Wolodymyr Selenskyj am Vortag des Angriffs sowohl die Ukrainer als auch internationale Partner öffentlich vor der Bedrohung gewarnt hatte. In seiner Ansprache betonte der Staatschef die Notwendigkeit der Lieferung von „Patriot“-Systemen und dazugehörigen Raketen. Dieses Thema wurde, so Ignat, auch auf diplomatischer Ebene diskutiert.

„Der Präsident der Ukraine hat bereits öffentlich gesprochen; normalerweise wendet er sich vor solchen massiven Angriffen sowohl an die Ukrainer als auch an die Partner, vor allem an die Partner“, merkte der Sprecher der Luftstreitkräfte an.

Fazit: Was kommt als Nächstes?

Der nächtliche Angriff zeigte die Verwundbarkeit der ukrainischen Luftabwehr gegenüber ballistischen Raketen und Hyperschallsystemen. Der Mangel an Abfangraketen bleibt ein kritisches Problem, das auf internationaler Ebene gelöst werden muss. Gleichzeitig zeigt die hohe Effektivität der Luftabwehr gegen Marschflugkörper und Drohnen, dass sich die ukrainische Verteidigung weiterhin an neue Herausforderungen anpasst.