Dynamo Kiew setzt seinen europäischen Weg fort und zog in die zweite Qualifikationsrunde der Europa League ein. Der Weg zu diesem Sieg war steinig: Trotz eines deutlichen spielerischen Vorteils in beiden Spielen gegen die rumänische Universitatea mussten die Kiewer das Los um die Weiterleitung in einer Elfmeterschießen entscheiden.

Das Endergebnis des Duells – 0:0 nach 120 Minuten und ein Sieg im Elfmeterschießen – war weniger das Ergebnis einer meisterhaften Offensive als vielmehr einer eisernen Defensive. Der unangefochtene Held dieses Abends war der Torhüter der „Weiß-Blauen“, Ruslan Neschtscheret.

Das Erfolgsgeheimnis des Torwarts

Ruslan Neschtscheret verschweigte nicht, dass das Spiel für die Mannschaft schwer war. Der Torwart gab zu, dass Dynamo die Aufgabe viel früher hätte lösen müssen, doch die Umsetzung der Chancen und umstrittene Schiedsrichterentscheidungen standen im Wege.

„Ich bin der Meinung, dass wir den Gegner komplett überragten und dieser Sieg folgerichtig ist. Wir hatten die Oberhand, aber Fußball ist nicht immer fair – manchmal muss man leiden: 120 Minuten lang 0:0 spielen, die Jungs hatten Krämpfe. Es gelang uns zwar, zwei Tore zu erzielen, doch in diesen Szenen wurde Abseits festgestellt', teilte Neschtscheret mit.

Doch gerade der Torwart war der „Anker', der die Mannschaft am Leben hielt. Neschtscheret enthüllte das Erfolgsgeheimnis im entscheidenden Elfmeterschießen und betonte, dass die von den Torwarttrainern vorbereiteten Spickzettel gewirkt hatten.

Fokus auf eigene Talente

Der Cheftrainer von Dynamo, Ihor Kostjuk, lobte den Geist seiner Schützlinge hoch. Der Trainer betonte, dass der Klub unter den aktuellen Umständen bewusst auf interne Resourcen setzt und nicht auf den Kauf teurer Ausländer.

„Wir sehen die Anzahl der Ausländer, die für Universitatea spielen. Bei uns sind die meisten eigene Talente. Angesichts der aktuellen Situation in unserem Land setzen wir mehr auf unsere eigenen Nachwuchsspieler. Sie entwickeln sich weiter, die erlebten Emotionen werden ihnen helfen, zu Top-Spielern heranzuwachsen', erklärte Kostjuk.

Der Verteidiger Konstantin Wywtscharenko, der eingewechselt wurde, um die Offensive zu verstärken, war ebenfalls mit dem Ergebnis zufrieden. Er merkte an, dass der Ball einfach nicht ins Tor ging, trotz der Fülle an Chancen, aber das Wichtigste ist: Die Aufgabe wurde erfüllt.

„Als nächstes haben wir PAOK – das ist eine gute Mannschaft. Wir werden sie analysieren und uns darauf vorbereiten', fügte der Fußballer hinzu.

Der nächste Gegner und eine besondere Neuigkeit

Nach dem Sieg gegen die Rumänen wird Dynamo nicht nach Kiew zurückkehren. Die Mannschaft bleibt in Polen, in Lublin, um sich auf das erste Spiel gegen den nächsten Gegner, den griechischen PAOK, vorzubereiten. Das Trainerstab erklärte, dass eine Option auf den Wechsel in die Conference League nicht in Betracht gezogen werde: „Wir spielen derzeit in der Europa League und wollen genau hier weitermachen'.

Aber die Dynamo-Spieler hatten einen Grund zur Freude, der sogar den sportlichen Erfolg in den Schatten stellte. Während des Spiels wurde in der Familie des Verteidigers Alexander Tymtschik eine Tochter geboren. Ihor Kostjuk fasste dieses Ereignis rührend zusammen und nannte es ein großes Fest für die gesamte Mannschaft.

„Zum Schluss möchte ich eine angenehme Neuigkeit mitteilen. Direkt während des Spiels wurde bei unserem Fußballer Alexander Tymtschik eine Tochter geboren. Wir möchten ihn gratulieren. Für unsere Mannschaft ist dies ebenfalls ein riesiges Ereignis!', sagte der Trainer.