Der ehemalige Dynamo-Kiew-Stürmer Viktor Khlus teilte seine Erinnerungen an die Arbeit unter dem legendären Trainer Valerij Lobanowski. In einem exklusiven Interview erzählte er, wie die strenge Disziplin und die taktischen Anforderungen des Trainers seine Herangehensweise an den Fußball radikal veränderten und ihn vom Individualisten zum Teamplayer machten.
Zu Beginn seiner Karriere bei Dynamo war Khlus daran gewöhnt, sich auf seine eigenen Stärken zu verlassen, und versuchte oft, Gegner alleine auszuspielen. Valerij Wassiljewitsch machte jedoch schnell klar, dass ein solcher Stil in seinem Koordinatensystem inakzeptabel war. Der Trainer forderte sofortige Entscheidungen und den Verzicht auf unnötige Ballkontakte, um das Spiel der Mannschaft zu beschleunigen.
"Wir spielten mit zwei Bällen": Die Philosophie von Lobanowski
Viktor Khlus erinnert sich an den berühmten Satz des Trainers: "Wir haben heute mit zwei Bällen gespielt. Einer war bei Khlus, und der andere bei allen anderen." Dies war ein ernstes Signal an den Spieler, dass sein Individualismus die Entwicklung des gesamten Angriffs behinderte. Unter dem Druck des Trainers und erfahrener Partner begann Khlus, sein Spiel durch das Zusammenspiel mit seinen Teamkollegen zu verbessern.
Totaler Fußball und physische Kraft
Lobanowski war ein echter Innovator, der die Prinzipien des totalen Fußballs einführte, die auf intensivem Pressing und kollektiver Balleroberung in allen Bereichen des Spielfelds basierten. Khlus betont, dass dies eine phänomenale körperliche Verfassung und strenge Disziplin von den Spielern erforderte. Der Trainer wählte persönlich Spieler aus, die in der Lage waren, ein kolossales Arbeitspensum von einer Außenlinie zur anderen zu leisten, was zum Markenzeichen von Dynamo zu dieser Zeit wurde.
Obwohl der Übergang zum Mannschaftsspiel die Entwicklung einiger persönlicher Qualitäten einschränkte, gibt Khlus zu, dass genau dieser Ansatz es ihm ermöglichte, ein neues professionelles Niveau zu erreichen. Seine Erfahrung ist ein klassisches Beispiel für die Transformation eines Spielers unter dem Einfluss eines großen Strategen, bei dem sich die Persönlichkeit des Fußballers vollständig dem Erfolg des Systems unterordnete.