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title: "Sicherer Hafen für Banken: Wie die Egmont Group Geldwäsche bekämpfen will"
description: "Die Egmont Group schlägt einen „sicheren Hafen' für Banken vor, um den Datenaustausch mit staatlichen Behörden zu fördern. Dies ermöglicht eine Bündelung der Kräfte im Kampf gegen Geldwäsche und grenzüberschreitende Schemata und nimmt den Banken das Risiko der Haftung für die Offenlegung von Informationen im Rahmen der Kriminalitätsbekämpfung. 🏦🔒🚫"
date: 2026-08-03T23:40:07.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/egmont-group-sicherer-hafen-fuer-banken-kampf-gegen-geldwaesche
tags: [egmont-group, olga-vasilevskaya-smagliuk, money-laundering, ukraine, financial-intelligence]
publisher: "XAB.info"
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# Sicherer Hafen für Banken: Wie die Egmont Group Geldwäsche bekämpfen will

![Egmont Group-Gebäude mit charakteristischer Glasbrücke und Uhr, das eine zuverlässige Bankenschutz vor Geldwäsche symbolisiert](https://xab.info/media/2026/08/04/egmont-group-bezpechnaya-gavan-dlya-bankov-borba-s-otmyvaniem/egmont-group-bezpechnaya-gavan-dlya-bankov-borba-s-otmyvaniem-1.webp)

Der globale Kampf gegen Finanzverbrechen erfordert neue Instrumente. Die Egmont Group – ein internationales Netzwerk von Finanzermittlungsstellen – hat die Initiative ergriffen, die öffentlich-private Partnerschaft zu intensivieren. Ziel des Vorschlags ist es, effektiver gegen Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und grenzüberschreitende Manipulationen vorzugehen. Dies teilte die Volksdeputierte Olga Wasilewska-Smagljuk in ihrem Telegram-Kanal mit.

### Das Problem fragmentierter Daten

Das Wesen des vorgeschlagenen Mechanismus ist einfach: Banken, Finanzinstitute und der Staat müssen beginnen, systematisch Signale über verdächtige Schemata auszutauschen. In der Ukraine übernimmt der Staatliche Dienst für Finanzüberwachung (Gosfinmonitoring) die Funktionen der Finanzermittlung.

Die Logik des Ansatzes basiert auf dem Verständnis der Natur moderner Verbrechen. Weder eine einzelne Bank noch eine Ermittlungsbehörde sehen oft das vollständige Bild. Kriminelle Netzwerke verteilen Operationen absichtlich auf verschiedene Institutionen, Konten, Rechtsordnungen und Länder. Dies geschieht, um die Herkunft der Mittel zu verschleiern und Ermittlungen zu erschweren. Ohne Informationsaustausch kann jede Transaktion legal erscheinen, bis das große Mosaik zusammengefügt ist.

### Rechtliche statt technische Barrieren

Haupthindernis für eine effektive Zusammenarbeit war bisher nicht der technische, sondern der rechtliche Aspekt. Compliance-Abteilungen von Banken sind durch Regeln zur Bankgeheimhaltung, zum Schutz personenbezogener Daten und zur gewerblichen Vertraulichkeit streng eingeschränkt.

Finanzinstitute befürchten, dass die Weitergabe von Informationen an staatliche Organe oder andere Partner zu Klagen, Sanktionen oder Forderungen wegen Datenpreisgabe führen könnte. Genau zur Lösung dieses Problems schlägt die Egmont Group eine gesetzlich verankerte „sichere Hafen'-Regelung vor.

### Was ist ein „sicherer Hafen'?

Dieser Mechanismus soll Banken schützen, die Informationen nach klar definierten Regeln im Rahmen der Bekämpfung von Finanzverbrechen gewissenhaft übermitteln. Mit anderen Worten: Wenn eine Bank nicht willkürlich, sondern innerhalb eines festgelegten Verfahrens handelt, sollte sie nicht für den bloßen Akt des Austauschs verantwortlich gemacht werden.

Die öffentlich-private Partnerschaft impliziert keinen unkontrollierten Austausch von Bankgeheimnissen. Im Gegenteil, sie erfordert strenge Vorschriften: Wer darf Daten übermitteln, wem genau, in welchen Fällen, in welchem Umfang und mit welchem Schutzlevel.

In einem solchen Modell können Finanzermittlungsstellen und Strafverfolgungsbehörden mit Banken Typologien, Risikoinдикatoren und Informationen über aktuelle Schemata teilen. Banken erhalten ihrerseits die Möglichkeit, verbundene Transaktionen, Konten oder verdächtiges Kundenverhalten schneller zu erkennen, das isoliert unsichtbar geblieben wäre.

### Erfolgreiche Erfahrung von Europol

Die praktische Wirksamkeit dieses Ansatzes ist bereits bewiesen. Ein leuchtendes Beispiel ist das Europol Financial Intelligence Public-Private Partnership (EFIPPP). Diese Plattform vereint Europol, Finanzermittlungsstellen, Strafverfolgungsbehörden und Finanzinstitute.

Dank des EFIPPP-Formats tauschen die Teilnehmer relevanter Informationen schneller aus, identifizieren grenzüberschreitende Schemata und reagieren darauf, wie Mittel in Überweisungsketten verschwinden oder in andere Rechtsordnungen abgezogen werden. Dies ist besonders wichtig im Kampf gegen komplexe Verbrechen: Menschenhandel, korrupte Zahlungen, Umgehung von Sanktionen und illegale Vermögensabflüsse.

### Aktualität für die Ukraine

Für die Ukraine hat die Idee eines „sicheren Hafens' kritische Bedeutung. Das Finanzsystem des Landes arbeitet unter Kriegsbedingungen, hohen Sanktionsrisiken und der Aktivität betrügerischer Schemata. Banken führen bereits ein enormes Volumen an Finanzüberwachung durch, sehen aber oft nur Fragmente von Operationen.

Wenn ein verdächtiges Schema mehrere Banken durchläuft oder Grenzen überschreitet, ist es ohne abgestimmten Informationsaustausch extrem schwer zu entdecken. Eine gesetzliche Absicherung des Schutzes für Banken könnte deren Angst vor Verantwortung für einen gewissenhaften Datenaustausch verringern.

Wichtig ist, dass ein solcher Mechanismus von zuverlässigen Sicherungen begleitet werden muss: strenger Zugangskontrolle, Dokumentation der Gründe für den Austausch, Schutz personenbezogener Daten und Haftung für Machtmissbrauch.

### Paradigmenwechsel bei der Überwachung

Der Ansatz der Egmont Group verschiebt den Fokus faktisch von formaler Finanzüberwachung hin zu einem nachrichtendienstlichen Modell. Banken sollten nicht nur fragmentierte Meldungen über verdächtige Operationen senden, sondern in einem einheitlichen System arbeiten, in dem Informationen zu einem vollständigen Bild zusammengeführt werden. Dies gibt dem Staat mehr Chancen, das Ausmaß einer kriminellen Struktur zu erkennen, und den Strafverfolgungsbehörden die Möglichkeit, Vermögenswerte schneller einzufrieren oder zu beschlagnahmen.