Sommerabende auf Terrassen und in Parks werden oft durch lästige Insekten getrübt. Doch wie die Praxis zeigt, kann selbst gegen kleine Feinde hochtechnologische Waffensysteme eingesetzt werden. Alex Toussaint, ein ehemaliger Ingenieur des europäischen Raketensystemherstellers MBDA, hat eine Lösung vorgestellt, die den Kampf gegen Mücken auf ein neues Level hebt: eine autonome Drohne mit einem Gewicht von nur 40 Gramm.

Raketentechnologie gegen Insekten

Die Neuheit, die den Namen Tornyol trägt, ist keine einfache fliegende Falle, sondern ein komplexer robotischer Komplex. Die Drohne orientiert sich im Raum mithilfe eines Ultraschall-Sonars von AMD. Das System nutzt phasierte Mikrofone, deren Signale von einem lokalen KI-Algorithmus verarbeitet werden. Dank dessen ist die Maschine in der Lage, Insekten im Flug zu erkennen und abzufangen, bevor sie in den geschützten Bereich eindringen.

Die Effektivität des Systems wurde bei den ersten Tests bestätigt. Der Prototyp konnte erfolgreich einen Plastikball mit einem Durchmesser von nur 2 mm aus einer Entfernung von 30 cm erkennen, wobei er dabei lediglich 1/1300 seiner normalen Sendeleistung nutzte. Dieses Ergebnis bestätigte ein ausreichendes Signal-Rausch-Verhältnis und brachte die Entwickler ihrem erklärten Ziel näher – der Verfolgung von Mücken aus bis zu 3 Metern Entfernung. Bei den Freilufttests war der erste lebende Organismus, den die Drohne abfing, eine fliegende Schmetterling.

Autonomie und einfache Bedienung

Der größte Vorteil von Tornyol ist die vollständige Autonomie. Der Benutzer muss das Gerät nicht manuell steuern oder Fallen aufstellen. Es reicht aus, den Schutzbereich auf der Karte der Basisstation festzulegen. Eine Einheit kann offene oder geschlossene Flächen von bis zu 20.000 Quadratmetern bewachen.

Das Problem des Energieverbrauchs wird durch ein zyklisches System gelöst. Der Akku des aktuellen Prototyps reicht für drei Minuten aktiven Flugs. Sobald die Batterie leer ist, kehrt die Drohne automatisch zur Ladestation zurück. Der Ladevorgang dauert etwa 30 Minuten, woraufhin das Gerät die Patrouille eigenständig fortsetzt. Die Maschine verbraucht weniger als 5 Watt Energie und ist mit Mikrofonen des Typs TDK InvenSense T3902 ausgestattet.

Verfügbarkeit und Perspektiven

Derzeit wird der Preis für den Prototyp auf 1100 USD geschätzt. Laut den Entwicklern wird sich der Preis eines analogen Geräts bei Serienproduktion jedoch auf einige hundert Dollar senken, und eine verkleinerte Version wird noch günstiger sein. Für eine Vorbestellung ist eine Anzahlung von 100 USD erforderlich, die erstattungsfähig ist.

Das Unternehmen bietet zwei Besitzmodelle für das Gerät an: eine Einmalzahlung oder ein Abonnement. Beim Kauf wird eine einjährige Garantie gewährt, während Drohnen, die im Rahmen eines Abonnements angemietet werden, bei Defekt ersetzt werden. Das vom Ingenieur als Startup Tornyol ins Leben gerufene Projekt zeigt, wie fortschrittliche Technologien Alltagsprobleme lösen und den Aufenthalt im Freien komfortabler machen können.