In der Ukraine wird eine umfassende Reform vorbereitet, die das Verständnis der Altersversorgung für Militärangehörige grundlegend verändern könnte. Das Ministerium für Sozialpolitik, Familie und Einheit schlägt vor, von den strengen Anforderungen an die Dienstzeit abzugehen, die heute viele mobilisierte Personen in eine Sackgasse treiben. Die Initiative besteht darin, dass bereits ein Jahr Dienstzeit das Recht auf die Bildung einer beruflichen Altersvorsorge gewährt.

Das Problem des „verlorenen“ Dienstalters

Denis Ulutin, Minister für Sozialpolitik, Familie und Einheit, hat in einem Interview mit der Ausgabe ArmijaInform das Hauptproblem des aktuellen Systems dargelegt. Heute verlangt das Gesetz eine Dienstzeit von 25 Jahren, um eine spezielle Rente zu erhalten. Dies schafft eine ungerechte Situation für Bürger, die vor dem umfassenden Angriff friedliche Berufe ausübten und dann an die Front gingen.

Ein Mensch, der durch das Feuer gegangen ist und 2–3 Jahre gedient hat, riskiert, ohne Alterssicherung zu bleiben, da er die erforderliche Dienstzeit nicht erreicht. Der Minister betont, dass das neue Modell diese Ungleichheit korrigieren muss: Jedes Jahr des Dienstes wird das Recht auf eine berufliche Rente bilden.

Mechanik der Ansammlung

Der Kern der Reform ist der Übergang zu einem kapitalgedeckten Modell. Die berufliche Rente funktioniert nach dem Prinzip „eigener Geldbeutel“. Wenn eine Person ein Jahr in einem Beruf dient oder arbeitet, für den zusätzliche Beiträge vorgesehen sind, bleiben diese Mittel bei ihr. Sie werden nicht bei einem Wechsel des Tätigkeitsbereichs oder einer Kündigung verfallen.

Ein wichtiger Aspekt ist die Finanzierung. Im neuen Modell werden berufliche Renten nicht durch direkte Abzüge aus dem Staatshaushalt finanziert, sondern durch zusätzliche Rücklagen, die die Arbeitgeber leisten. Diese Mittel werden an eine bestimmte Person gebunden, die in dem entsprechenden Bereich dient.

Staatliche Unterstützung für Teilnehmer an Kampfhandlungen

Parallel zur Rentenreform wird im Ministerium die Frage der Einführung einer staatlichen Zulage für Teilnehmer an Kampfhandlungen geprüft. Ulutin erkennt an, dass die derzeitige Zulage für Teilnehmer an Kampfhandlungen zu niedrig ist und ihre soziale Funktion nicht erfüllt. Es ist geplant, die Zahlungen unter Berücksichtigung der tatsächlichen Kampferfahrung zu erhöhen.

Gleichzeitig wird die Reform die Rechte bestehender Rentner nicht beeinträchtigen. Diejenigen, die bereits spezielle Renten erhalten, werden ihre Zahlungen nicht verlieren. Dienstzeiten vor dem Start der Reform werden nach den alten Regeln berücksichtigt, danach nach den neuen. Für diejenigen, die bereits mehr als die Hälfte der erforderlichen Dienstzeit gesammelt haben, bleibt die Möglichkeit, nach dem bestehenden System in den Ruhestand zu gehen.

Zeitplan und Übergangsphase

Der Gesetzentwurf, der diese Änderungen einleitet, befindet sich im letzten Stadium der Fertigstellung. Im Ministerium werden die finanziellen Berechnungen abgeschlossen, um die Stabilität des Systems langfristig zu gewährleisten. Schätzungen zufolge kann die Übergangsphase etwa 12–13 Jahre dauern, jedoch ist der Start der Reform bereits in diesem Jahr geplant.

Die Regierung arbeitet auch an einer Verordnung über zusätzliche Zahlungen. Obwohl das Dokument noch nicht verabschiedet wurde, werden bereits konkrete Zahlen diskutiert: Es wird eine Zahlung von 100.000 Griwna pro Monat für die Teilnahme an Kampfhandlungen und 40.000 Griwna pro Tag für Sturmkämpfer erwartet.