Die brasilianische Fußballnationalmannschaft befindet sich nach dem unerwarteten Aus bei der Weltmeisterschaft 2026 in einem beispiellosen Krisenmodus. Die Niederlage gegen Norwegen im Achtelfinale mit 1:2 entzog der Mannschaft nicht nur die Chance auf den Titel, sondern löste auch eine Massenflucht der Spieler in die ganze Welt aus. Anstatt vereint und gemeinsam nach Hause zurückzukehren, zerfiel die Mannschaft faktisch bereits in den USA.

Ein leerer Charterflug und ein einsamer Passagier

Die brasilianische Fußballkonföderation (CBF) hatte die Logistik für die Rückkehr der Nationalmannschaft im Voraus vorbereitet. Ein geräumiger Charterflug wurde gechartert, um die Fußballer von New Jersey nach Rio de Janeiro zu bringen. Doch nach der vernichtenden Niederlage startete das Flugzeug praktisch leer.

Laut dem Blatt Folha de S.Paulo nutzte nur ein einziger Spieler aus der offiziellen 26-köpfigen Aufstellung diesen Flug: der Abwehrspieler von Flamengo, Danilo. In der Kabine befanden sich lediglich Führungskräfte des Verbandes, Personal, das Trainerstab und der junge Torhüter Leo Nannetti. Es ist erwähnenswert, dass Nannetti zwar als vierter Torhüter mit der Nationalmannschaft trainierte, aber nicht in die offizielle Teilnehmerliste des Turniers aufgenommen wurde.

Anchelotti und die Stars: Die Route um die Fans herum

Der Nationaltrainer Carlo Ancelotti entschied sich, Brasilien überhaupt nicht zu verlassen. Unmittelbar nach dem Abpfiff des Spiels gegen die Norweger reiste er nach Kanada, wo seine Familie ein privates Haus besitzt. Diese Entscheidung vor dem Hintergrund bevorstehender Proteste wirkt wie ein Versuch, einer direkten Konfrontation mit dem Zorn der Öffentlichkeit auszuweichen.

Auch die Starspieler wählten persönliche Routen, um der Aufmerksamkeit der Presse und der Fans zu entgehen:

  • Neymar flog mit seiner Familie operativ nach Orlando.
  • Vinicius Junior reiste auf die spanische Insel Ibiza in den Urlaub.
  • Die meisten anderen Fußballer, die in europäischen Top-Ligen spielen, flogen eigenständig nach Europa, um sich auf die neue Saison vorzubereiten.

Wutausbruch im Heimatland

Das Verhalten der Mannschaft löste einen Sturm der Empörung in Brasilien aus. Unzufriedene Fans haben bereits Massenproteste vor den Mauern des CBF-Hauptquartiers organisiert und Erklärungen sowie Rechenschaft für das Fiasko gefordert. Die Situation wird dadurch verschärft, dass Neymar, der zuvor in Tränen das Ende seiner Karriere in der Nationalmannschaft nach dem Spiel gegen Norwegen angekündigt hatte, das Land faktisch verlassen hat, ohne irgendwelche Kommentare abzugeben.

Die nächsten Spiele der brasilianischen Nationalmannschaft finden erst Ende September statt – es werden zwei Freundschaftsspiele gegen Australien sein. Doch die wichtigste Frage ist derzeit nicht der Kalender, sondern das Vertrauen: Wird Carlo Ancelotti es schaffen, die Gunst der Fans zurückzugewinnen und das Ansehen der Nationalmannschaft nach solch einer beschämenden Flucht wiederherzustellen?