Elon Musk, der Gründer von SpaceX, hat ein gewaltiges Projekt angekündigt: Bis 2028 sollen eine Million Satelliten in den Orbit gebracht werden, die als Rechenzentren für künstliche Intelligenz dienen sollen. Das Ziel ist es, Rechenleistung für KI für Milliarden von Nutzern weltweit bereitzustellen. Experten warnen jedoch: Die Umsetzung dieses Vorhabens könnte zum finanziellen Zusammenbruch des Unternehmens führen.

Der astronomische Preis eines Traums

SpaceX hat bereits ein Netzwerk aus rund 10.000 Starlink-Satelliten aufgebaut. Jedes Gerät kostet etwa 2 Millionen Dollar. Die Skalierung des Systems auf eine Million Einheiten würde kolossale Investitionen erfordern – Experten schätzen das Budget des Projekts auf 2 Billionen Dollar. Dies entspricht dem gesamten prognostizierten Marktwert von SpaceX nach dem Börsengang.

Skeptiker gegen den Visionär

Robert Zubrin, ein bekannter Raketeningenieur und langjähriger Bekannter von Musk, bezeichnet den Plan als „Fantasie“. Nach seiner Meinung ist der Start einer Satellitenkonstellation aus einer Million Einheiten technisch und wirtschaftlich unrealistisch. Er warnt: Ein solcher Schritt könnte die Erfolgsserie des Unternehmers beenden.

Auch die technischen Herausforderungen sind nicht weniger ernst. Musk verspricht, die Starship-Rakete jede Stunde zu starten – das wären 8.700 Flüge pro Jahr. Heute führt SpaceX durchschnittlich drei Starts pro Woche durch. Um solche Werte zu erreichen, wäre eine vollständige Wiederverwendbarkeit der Rakete erforderlich, was derzeit noch nicht garantiert ist: Die letzten Tests endeten mit einem Misserfolg – die erste Stufe stürzte aufgrund eines Triebwerksausfalls in den Ozean.

Raumfahrt oder Erde?

Musk ist überzeugt: „Innerhalb von 2 bis 3 Jahren wird der Weltraum die günstigste Methode zur Generierung von KI-Rechenleistung sein“. Doch Wissenschaftler des Google-Projekts Suncatcher sind anderer Meinung. Ihre Prognosen zeigen, dass Weltraumstationen erst Mitte der 2030er Jahre wettbewerbsfähig sein werden. Zudem müsste die Startkosten auf 200 Dollar pro Kilogramm sinken – ein Niveau, das nur bei idealer Wiederverwendbarkeit der Starship-Rakete erreichbar wäre.

Brian Hurley von „New Space Economy“ stimmt seinen Kollegen zu: Der Aufbau solcher Netze ist erst in Jahrzehnten realistisch. Man muss Wartungskosten, Versicherung und Risiken berücksichtigen. Der Weltraum ist derzeit noch nicht bereit, eine solche Menge an Ausrüstung aufzunehmen.

Warum gerade jetzt?

Experten vermuten, dass Musk die Aufregung um KI nutzt, um vor dem Börsengang von SpaceX und xAI Hype zu erzeugen. „Er rechnet damit, dass die Leute sagen: ‚Nun, ich weiß nicht, ob das funktioniert, aber niemand hat jemals Geld verloren, indem er auf Elon Musk gesetzt hat‘“, fasst ein Analyst zusammen.

Gefahr für das Mondprogramm

Musks Ambitionen gefährden sogar das Mondprogramm. Aufgrund von Verzögerungen bei Starship hat NASA begonnen, alternative Auftragnehmer für die Landung von Astronauten zu suchen. Musks Konkurrent Jeff Bezos steht ebenfalls vor Problemen: Die Rakete New Glenn von Blue Origin explodierte Sekunden nach dem Start.

Mittlerweile baut die NASA aktiv eine Basis am Südpol des Mondes auf und bestellt Landemodule, Rover und Drohnen. Die Ukraine könnte sich dem Projekt anschließen – die Agentur zeigt Interesse an Triebwerken des Konstruktionsbüros „Süden“, obwohl die Teilnahme des Landes ihre eigenen Nuancen hat.