Der Ukrainische Fußballverband (UAF) hat die Entscheidung getroffen, die Zusammenarbeit mit dem Cheftrainer der ukrainischen U-21-Nationalmannschaft, Unai Melgosa, zu beenden. Der spanische Spezialist, dessen Vertrag bis zum Sommer 2026 lief, verlässt seinen Posten vorzeitig. Diese Entscheidung markiert den Abschluss einer umfassenden personellen Reform im ukrainischen Fußball, die nach dem Rücktritt von Serhiy Rebrov eingeleitet wurde.

Das Ende des taktischen Experiments

Unai Melgosa übernahm die U-21-Mannschaft im Juli 2023. Seine Ernennung war ein Schlüsselelement der Strategie des damaligen Nationaltrainers Serhiy Rebrov. Der Spanier, der parallel als Assistent in der A-Nationalmannschaft arbeitete, sollte ein einheitliches taktisches Modell für die Nachwuchsausbildung entwickeln.

Obwohl die Ukrainer unter Melgosa erfolgreich für die EM 2025 qualifiziert waren, endete das Endturnier mit einem Fiasko. Der Status als Titelverteidiger im Halbfinale half der Mannschaft nicht: Die „Blau-Gelben' schieden bereits nach der Gruppenphase aus. Insgesamt bestritt die Nationalmannschaft während seiner Amtszeit 29 Spiele: 13 Siege, 5 Unentschieden und 11 Niederlagen.

Krise in der Qualifikation für die EM 2027

Der Trainerwechsel erfolgte zu einem kritischen Zeitpunkt – mitten im Qualifikationszyklus für die Europameisterschaft 2027. Die aktuellen Ergebnisse der U-21-Mannschaft bereiten große Sorgen. Nach sechs Spieltagen belegt die Ukraine in ihrer Gruppe nur den dritten Platz.

In der laufenden Qualifikation konnte die Mannschaft Siege gegen die Altersgenossen aus Ungarn und Litauen verbuchen und spielte zudem gegen diese Gegner unentschieden. Allerdings erschwerten Niederlagen gegen die U-21-Auswahlen Kroatiens und der Türkei die Aufgabe erheblich. Derzeit sind die Chancen auf einen direkten Startplatz oder den Einzug ins Play-off eher gering.

Wer wird die Mannschaft leiten?

Die Situation muss vor den entscheidenden Herbstspielen gegen die Gruppenspitzen gerettet werden. Es wird erwartet, dass der UAF die Vorbereitung der Nationalmannschaft einem einheimischen Spezialisten anvertrauen wird. Als Favorit für die vakante Stelle gilt Dmytro Mykhailenko.

Gegenwärtig trainiert Mykhailenko erfolgreich die ukrainische U-19-Nationalmannschaft. Ende Juni starten seine Schützlinge in der Endrunde der Europameisterschaft, wo sie um einen Startplatz für die Weltmeisterschaft der U-20 kämpfen. Zuvor hatte auch Oleksandr Karavayev nach seinem Wechsel von Dynamo nach Schachtar auf eine mögliche Rückkehr in den Trainerstab der A-Nationalmannschaft angespielt.