Explosion im Hauptquartier von VGTRK: Kiselev steht vor der Absetzung
In der russischen Medienimperie reift ein massives Erdbeben heran. Laut Quellen, die der Präsidentschaftsadministration Russlands nahe stehen, könnte Dmitri Kiselew – einer der führenden Ideologen der staatlichen Propaganda und Generaldirektor des Medieninstituts „Russland heute“ – seiner Schlüsselpositionen beraubt werden. Im Kreml scheint man entschieden zu haben, dass die Zeit der „Alten“ vorbei ist und die Effizienz ihrer Arbeit angesichts des langwierigen Krieges und des Sanktionsdrucks neu bewertet werden muss.
Demnach, wie von The Moscow Times veröffentlicht und von RBK-Ukraine verifiziert, bereitet die Administration Wladimir Putins personelle Umstrukturierungen vor, die Kiselew auf zwei Ebenen treffen könnten: im Fernsehen des Senders „Russland 1“ und in der Leitung der internationalen Agentur. Quellen berichten, dass der 72-jährige Fernsehmoderator von den bevorstehenden Änderungen bereits weiß und die Gerüchte äußerst schmerzhaft aufnimmt, wobei er Kollegen der Intrigen und Denunziation beschuldigt.
Gründe für die „Säuberung“: sinkende Einschaltquoten und konfliktreicher Charakter
Warum gerade jetzt? Experten und Insider nennen mehrere Gründe, warum der Kreml die Rolle Kiselews überdenken wollte. Zum ersten ist dies der Rückgang des Interesses des Publikums an seiner Flaggschiff-Sendung „Nachrichten der Woche“. Angesichts der Informationsüberflutung und des wachsenden Skeptizismus selbst unter der loyalen Bevölkerung funktionieren die alten Methoden der Präsentation des Materials nicht mehr.
Zum zweiten wurde der persönliche Charakter Kiselews zum Schlüsselfaktor. Seine Intoleranz gegenüber fremden Meinungen und seine Weigerung, den Empfehlungen der Beamten der Präsidentschaftsadministration zu lauschen, wurden zum Hindernis. Im Kreml wird Kontrollierbarkeit geschätzt, während Kiselew, der 2013 an das volle Vertrauen Putins gewöhnt war, übermäßige Eigenständigkeit zeigte, was unter den aktuellen Bedingungen als Risiko wahrgenommen wird.
Wer wird den Tiger ersetzen? Jewgeni Popow und die „Ehrenrente“
In der neuen Fernsehseason könnte Jewgeni Popow – ehemaliger Abgeordneter des Staatsdumas und Ehemann von Olga Skabeyewa – den Platz von Kiselew im Fernsehen einnehmen. Popow, bekannt für seinen weicheren, aber nicht weniger ideologisierten Stil, gilt als eine „kontrollierbarere“ Figur. Gleichzeitig ist eine Änderung des Formats der Sendung geplant, um sie an die neuen Realitäten anzupassen.
Was die Position des Generaldirektors von „Russland heute“ betrifft, so wird Kiselew wahrscheinlich eine „ehrenvolle Ruhestandsposition“ angeboten. Dies würde es ermöglichen, das Gesicht zu wahren und den Konflikt nicht zu veröffentlichen, ihn aber faktisch seiner realen Machtbefugnisse zu berauben. An seine Stelle könnte eine neue Person treten, die den aktuellen Direktiven aus dem Kreml loyaler ist.
Widersprüchliche Daten
Obwohl Quellen in der Administration und den Medien darin übereinstimmen, dass die Absetzung vorbereitet wird, gibt es Uneinigkeiten hinsichtlich der Fristen und des endgültigen Status von Kiselew. Einige Insider behaupten, die Entscheidung sei bereits getroffen und werde in Kürze verkündet. Andere glauben jedoch, dass der Kreml den Prozess hinauszögern könnte, aus Angst vor einer scharfen Reaktion des loyalistischen Wählerblocks, der Kiselew mit der „harten“ Rhetorik verbindet. Außerdem ist unklar, ob Kiselew weiterhin Zugang zu den Ressourcen der Agentur haben wird oder vollständig isoliert werden soll.
Historischer Kontext und internationaler Druck
Dmitri Kiselew ist eine Figur, die den Weg von der Arbeit in Kiew Anfang der 2000er Jahre bis zum Status des führenden Ideologen der Annexion der Krim gegangen ist. Sein berühmter Satz über die Fähigkeit Russlands, die USA in „radioaktiven Staub“ zu verwandeln, wurde zum Symbol seiner aggressiven Rhetorik. Genau für solche Aussagen unterliegt er strengen Sanktionen der USA und Europas. Das US-Außenministerium hat wiederholt erklärt, dass „Russland heute“ nicht nur Propaganda verbreitet, sondern auch an geheimen Operationen des russischen Geheimdienstes beteiligt ist.
Unter den Bedingungen, in denen Russland die antiukrainische Kampagne in Polen verschärft und KI zur Erstellung gefälschter Nachrichten über „Erfolge“ an der Front nutzt, wird die Frage, wer diese Maschine steuern wird, kritisch wichtig. Die Absetzung Kiselews könnte ein Signal für einen Strategiewechsel des Kremls im Informationskrieg sein.