In der Nacht zum 6. Juli ereignete sich in der mexikanischen Hauptstadt ein Ereignis, das die Fußballwelt noch lange in Erinnerung behalten wird. Die englische Nationalmannschaft schaltete den Co-Gastgeber der Weltmeisterschaft in einem dramatischen Spiel aus dem Turnier aus und unterbrach dabei die einzigartige Siegesserie der Gastgeber auf ihrer legendären Arena. Die „Three Lions' zogen ins Viertelfinale ein, wo sie auf ein prinzipielles Duell mit Norwegen warten.
Nervöser Start und Torwart-Rekorde
Das historische Spiel im Estadio Azteca begann nicht sofort. Starkes Unwetter zwang die Organisatoren, den Spielbeginn um eine ganze Stunde zu verschieben, was die Spannung vor dem ersten Pfiff nur noch erhöhte. Sobald die Teams auf den Rasen traten, entflammte das Spiel augenblicklich. Bereits in den ersten Minuten erhielt Declan Rice eine Verwarnung, und Raúl Jiménez zwang Jordan Pickford zu einer ernsthaften Parade.
Für den englischen Torhüter wurde dieses Spiel besonders: Sein 17. Spiel bei Weltmeisterschaften ermöglichte es ihm, den nationalen Altersrekord des legendären Peter Shilton zu erreichen.
Doppelschlag von Bellingham und die Antwort von „El Tri'
Der Wendepunkt trat gegen Ende der ersten Halbzeit ein. Die Mannschaft von Thomas Tuchel zeigte einen phänomenalen Abschnitt, dessen Hauptfigur Jude Bellingham war. In der 36. Minute schloss der Anführer des spanischen Real Madrid einen präzisen Pass von Bukayo Saka ab, und zwei Minuten später nutzte er einen Pass von Harry Kane nach erfolgreichem Pressing, um das leere Tor zu treffen.
Die Mexikaner antworteten fast sofort. Julián Quiñones erwischt den Abpraller nach einem Standardsituation und traf Pickford, wobei er einen absoluten Rekord für seine Nationalmannschaft aufstellte – 5 torbeiwirkende Aktionen bei einer einzigen WM.
Disziplin gegen numerische Überlegenheit
Die Situation auf dem Feld änderte sich in der 54. Minute drastisch. Der englische Verteidiger Jarrell Quansah wurde nach einem harten Foulrot ausgeschlossen. Der Hauptschiedsrichter ignorierte den Vorfall zunächst, entschied sich aber nach Intervention des VAR und einer Videoanalyse für eine direkte rote Karte.
Es schien, als müssten die Gastgeber den Gegner nun erledigen, doch das Gegenteil trat ein. In Unterzahl ging England nach vorne. Anthony Gordon erzielte einen Elfmeter, den Harry Kane kaltblütig verwandelte und den Stand auf 1:3 erhöhte. Die Mexikaner brachten die Spannung in der 69. Minute zurück, als Raúl Jiménez seinen Elfmeter nach einer Foulhandlung gegen Gutiérrez verwandelte. Der finale Sturm der Tribüne trieb die Mannschaft an, doch die Disziplin von Tuchel hielt diesem Druck stand.
Der gebrochene Fluch und die Statistik
Dieses Spiel zerstörte einen einzigartigen Fußballfluch. Für die mexikanische Nationalmannschaft war dies die erste Niederlage im „Azteca' im Rahmen der Endrunden der Weltmeisterschaften. Bis zu dieser Nacht hatte der Kultstadion 9 Spiele mit „El Tri' beherbergt, und keines davon endete für die Gastgeber mit einer Niederlage.
England feiert seinen 11. Einzug ins Viertelfinale in der Geschichte. Mit dieser Bilanz gehören die Briten nun zu einer exklusiven Spitzengruppe und liegen nur hinter Deutschland (14) und Brasilien (15). Bemerkenswert ist, dass die Analysten von Opta Joe berechneten: Die Europäer hatten den Ball nur 33,2 % der Spielzeit und wiederholten damit ihren defensiven Anti-Rekord aus der Zeit des siegreichen WM-1966.
Ausblick auf das Viertelfinale
Jude Bellingham hat für seine Leistung verdientermaßen bereits die zweite Trophäe als bester Spieler des Spiels bei diesem Turnier erhalten. Nun hat das Turnierfeld der WM-2026 die ersten Viertelfinalpaare gebildet. In der Nacht zum Donnerstag, dem 9. Juli, spielen Frankreich und Marokko.
Das Duell Englands gegen den sensationellen Norwegen von Erling Haaland ist für die Nacht zum Sonntag, dem 12. Juli, um 00:00 Uhr Kyjiwer Zeit geplant.