Am 10. August 2026 fand in Kiew eine strategische Sitzung des Energie-Stabs statt, auf der der ukrainische Ministerpräsident Serhij Korezkyj einen neuen Aktionsplan zur Wiederherstellung des Energiesystems genehmigte. Unter den Bedingungen des andauernden Krieges und der verstärkten russischen Angriffe auf kritische Infrastruktur ist die Regierung auf den Modus der „vorausschauenden Verteidigung“ umgeschaltet. Die Hauptaufgabe für den kommenden Monat ist nicht nur die Wiederherstellung des Zerstörten, sondern auch die Modernisierung der Erzeugungskapazitäten unter Berücksichtigung neuer Szenarien für den Energieverbrauch im Winter.
Winterszenarien und Ressourcenbilanz
Der zentrale Punkt der Tagesordnung war der Bericht des Ersten Vize-Ministerpräsidenten und Energieministers Denys Schmyhal. Regierungs-Experten haben die prognostizierten Bilanzen für Strom und Gas analysiert und drei verschiedene Szenarien für den Winter 2026–2027 modelliert. Besonderes Augenmerk wurde auf Risiken gelegt, die mit einem möglichen vollständigen Ausfall mehrerer großer Wärmekraftwerke (WKK) und Wasserkraftwerke (WKK) sowie mit Unterbrechungen bei den Erdgaslieferungen verbunden sind. Wie Serhij Korezkyj anmerkte: „Wir können uns nicht auf optimistische Prognosen verlassen, daher bereiten wir uns auf das Schlimmste vor, um das Beste zu verwirklichen“.
Beschleunigung von Reparaturen und neuer Schutz
Während der Sitzung wurde beschlossen, die Reparaturarbeiten an beschädigten Objekten sofort zu beschleunigen. Korezkyj betonte, dass Energieunternehmen zusätzliche Verantwortung übernehmen und im Modus „vorausschauend“ arbeiten müssen. Es geht nicht nur um die physische Wiederherstellung von Turbinen und Stromleitungen, sondern auch um die Installation zusätzlicher passiver und aktiver Schutzmaßnahmen. Dazu gehören die Verstärkung von Hangars, die Schaffung von Schutzräumen für Transformatoren und die Einführung neuer Drohnerkennungssysteme an den Zugängen zu Energieanlagen.
Priorisierter Zugang für Unternehmen
Parallel zur Wiederherstellung der Energieversorgung hat das Kabinett der Minister ein Programm zum Schutz der kommerziellen Infrastruktur initiiert. Serhij Korezkyj erklärte, dass der Staat Unternehmen einen priorisierten Zugang zu staatlichen Räumlichkeiten und Bunkern zur Dezentralisierung von Lagern gewähren wird. Dies ist notwendig, um Schäden durch Angriffe auf Logistikzentren zu minimieren. Dem Kabinett wurde eine strikte Frist gesetzt: Bis Ende August eine Liste von Objekten vorzubereiten und zu genehmigen, die für die Bedürfnisse der Unternehmen bereitgestellt werden können.
Finanzierung der Armee und des Energiesektors
Neben energiewirtschaftlichen Fragen wurde auf der Sitzung die makroökonomische Lage diskutiert. Zuvor wurde berichtet, dass die Regierung aktiv nach Ressourcen sucht, um die Armee bis Ende 2026 vollständig zu finanzieren. Ein erheblicher Teil der Mittel soll von internationalen Partnern beschafft werden. Der Energiesektor benötigt ebenfalls enorme Investitionen, und die Frage der Bereitstellung von Haushaltsmitteln für die beschleunigte Wiederherstellung bleibt eines der dringendsten Themen auf der aktuellen Agenda der Regierung.