Am Mittwoch, dem 15. Juli, findet im Stadion in Atlanta eines der am meisten erwarteten Spiele der Weltmeisterschaft statt – das Halbfinale zwischen den Nationalmannschaften von England und Argentinien. Der Gewinner dieses Duells erhält das Recht, im Finale gegen Spanien zu spielen. Dieses Zusammentreffen zweier großer Fußballnationen verspricht nicht nur sportlich, sondern auch emotional mit tiefem historischen Hintergrund spannend zu sein.

Gleiche Chancen vor dem entscheidenden Spiel

Beide Mannschaften gehen mit identischer Statistik ins Spiel: vier Siege und zwei Unentschiede. England unter der Leitung von Thomas Tuchel begann das Turnier mit einem Unentschieden gegen Ghana (0:0), besiegte danach jedoch souverän Kroatien (4:2) und Panama (2:0). Im K.-o.-System sahen die Engländer nicht immer perfekt aus: Harry Kane sicherte den Sieg gegen die DR Kongo (2:1) im Achtelfinale, während Jude Bellingham in der Runde der letzten 16 gegen Mexiko (3:2) und im Viertelfinale gegen Norwegen (2:1) die entscheidende Rolle spielte.

Argentinien, angeführt von Lionel Scaloni, bestritt die Gruppenphase ohne Niederlagen – Siege gegen Algerien (3:0), Österreich (2:0) und Jordanien (3:1). Im K.-o.-System hatte die „Albiceleste“ jedoch Schwierigkeiten: Die Siege gegen Kap Verde (3:2), Ägypten (3:2) und die Schweiz (3:1) wurden erst in der Verlängerung errungen.

Kader und Probleme der Mannschaften

Bei England sind die Schlüsselspieler Harry Kane und Jude Bellingham gesund und spielbereit. Declan Rice und Marc Guehi haben ihre Probleme ebenfalls überwunden. Thomas Tuchel hat jedoch ein ernstes Problem auf dem rechten Flügel: Die Sperre von Jarrell Quansah und die Verletzung von Tino Livramento machen den Einsatz von Ezri Konsa fast unvermeidlich. Gerüchte über eine mögliche Teilnahme von Reece James sind bisher nicht bestätigt.

Argentinien geht hingegen mit fast vollständigem Kader ins Spiel. Lionel Messi ist spielbereit, ebenso wie die starke Dreierkette im Mittelfeld – Alexis Mac Allister, Rodrigo De Paul und Enzo Fernández. Torhüter Emiliano Martínez sowie Messis Partner im Angriff – Julián Álvarez und Lautaro Martínez – sind ebenfalls voll einsatzbereit.

Geschichte des Duells: vom Falklandkrieg bis zur „Hand Gottes“

Die Beziehungen zwischen England und Argentinien sind nicht nur auf dem Fußballfeld angespannt. Der Falklandkrieg von 1982 bleibt einer der schmerzhaftesten Episoden in der Geschichte beider Länder. Auch auf dem Fußballfeld gab es Skandale: den „Diebstahl des Jahrhunderts“ bei der WM 1966, Messis „Hand Gottes“ im Jahr 1986 sowie umstrittene Episoden bei den Weltmeisterschaften 1998 und 2002.

Insgesamt trafen sich die Mannschaften bei Weltmeisterschaften sechs Mal: viermal gewann England, einmal Argentinien, einmal endete das Spiel unentschieden. Die Tordifferenz beträgt 11:7 zu Gunsten der Engländer.

Was sagen die Trainer

Thomas Tuchel gab zu, dass er die Möglichkeit einer persönlichen Markierung von Lionel Messi in Betracht gezogen hat: „Ich habe darüber nachgedacht, ob ich gegen Messi eine altmodische persönliche Markierung anwenden soll. Ich bin mir nicht sicher, ob wir das wirklich tun werden, aber dieser Gedanke kam mir... Wenn man Spiele analysiert, erkennt er die Entwicklung von Szenen schneller als andere. Es ist eine einzigartige Erfahrung, gegen den amtierenden Weltmeister und Lionel Messi zu spielen. Dies ist ein großes Spiel eines großen Turniers“.

Lionel Scaloni hingegen betonte: „Wir analysieren, wie wir die Mannschaft verbessern und versuchen können, die starken Spieler des Gegners zu neutralisieren. Vielleicht werden wir Änderungen vornehmen, aber wir könnten auch denselben Kader antreten lassen. Bellingham und Kane gehören zu den Besten der Welt; jeder Trainer würde sie gerne in seiner Mannschaft haben. Wir werden versuchen, sie mit unseren starken Qualitäten zu neutralisieren und ihnen nicht erlauben, gut zu spielen“.

Wo und wann das Spiel zu sehen ist

In der Ukraine wird das Halbfinale live vom Medienservice MEGOGO übertragen – dem offiziellen Ausstrahler des Turniers. Der Spielbeginn ist für 22:00 Uhr (Kiewer Zeit) geplant. Das Spiel kann auf dem Fernsehsender „MEGOGO Fußball Erster“ sowie in der speziellen Rubrik „Sport“ für Abonnenten der Tarife „Maximal“ oder „Sport“ verfolgt werden.

Dem Spiel geht eine analytische Sendung voraus, die um 21:00 Uhr startet. Moderator der Sendung ist Vitalij Kravtschenko, Experten sind Alexander Holowko und Roman Bebech. Das Spiel kommentieren Alexander Nowak und Wadym Skytschko.

Zuvor haben die Nationalmannschaften von Spanien und Frankreich den ersten Finalisten der Weltmeisterschaft ermittelt, und Kylian Mbappé einen neuen Rekord aufgestellt. Nun richtet sich die ganze Aufmerksamkeit auf Atlanta, wo das Schicksal des zweiten Finalisten entschieden wird.