In den letzten Tagen wurde auf dem Territorium der Halbinsel eine anomale seismische Aktivität registriert. Allein am 22. Juni wurden in der Krim sechs Erdstöße verzeichnet, und die seismischen Prozesse setzen sich fort. Experten verbinden diese Ereignisse mit natürlichen geologischen Prozessen, warnen jedoch vor möglichen schwerwiegenden Folgen in der Zukunft.

Der Seismologe des S.I. Subbotin-Instituts für Geophysik der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine, Dmytro Hryny, erklärte im Kommentar für RBK-Ukraine die Natur des Geschehens. Nach seinen Worten befindet sich die Halbinsel in einer seismisch aktiven Zone, in der regelmäßig eine Entladung tektonischer Spannungen an den Verbindungsstellen großflächiger Platten stattfindet.

Zyklizität und Prognose für 2027

Der Spezialist stellt fest, dass in der Nähe der Krim ein System von Verwerfungen existiert, die von Zeit zu Zeit aktiviert werden. Häufige kleine Stöße können Vorboten eines größeren Ereignisses sein. Hryny betont den zyklischen Charakter der seismischen Aktivität: Großes Erdbeben in dieser Region neigen dazu, sich etwa alle hundert Jahre zu wiederholen.

Das letzte Mal erlebte die Krim katastrophale Stöße im Jahr 1927. Damals erreichte die Stärke im Epizentrum 9 Punkte auf der Richterskala, und im Gebiet von Jalta wurden 70 % der Gebäude zerstört. Basierend auf diesem historischen Muster bleibt die Prognose eines starken Erdbebens bis zum Jahr 2027 relevant.

„Das bedeutet, dass ein groß angelegtes Erdbeben sowohl im Jahr 2028 oder 2032 als auch morgen eintreten könnte', präzisierte der Wissenschaftler.

Gefahr für die Infrastruktur

Die Folgen eines möglichen Naturkatastrophes könnten kritisch sein, insbesondere unter Berücksichtigung des Zustands der modernen Bebauung auf der Halbinsel. Dmytro Hryny warnt davor, dass eine erhebliche Anzahl von Objekten in der Krim gegen die staatlichen Bauvorschriften verstoßen oder das Ergebnis von Selbstbau sind.

Derartige Bauwerke könnten einem starken Erdbeben mit einer Magnitude von 7, 8 oder 9 Punkten nicht standhalten. Gleichzeitig fügte der Seismologe hinzu, dass die Wellen von Erdstößen bis zu den Gebieten Odessa und Saporischschja reichen könnten, der Einfluss auf diese Regionen jedoch deutlich geringer sein wird.