Am Abend des 24. Juni musste das nördliche Venezuela eine schreckliche Prüfung bestehen. Zwei starke Erdstöße, die im Abstand von weniger als einer Minute aufeinanderfolgten, führten zu massiven Zerstörungen und menschlichen Opfern. Das Epizentrum der Katastrophe lag in den Küstengebieten, und die Folgen des Naturereignisses betrafen die Hauptstadt sowie mehrere Bundesstaaten.
Die Kraft der Natur: Zwei Schläge hintereinander
Die Ereignisse entwickelten sich rasend schnell. Zuerst ereignete sich in der Nähe der Stadt Morón an der Karibikküste, etwa 168 Kilometer westlich von Caracas, ein Erdbeben der Stärke 7,1. Weniger als eine Minute später erschütterte ein noch stärkerer Stoß mit 7,5 auf der Richterskala die Region. Gerade die Kombination dieser beiden starken Schläge war die Ursache für die katastrophalen Folgen.
In Caracas strömten die Bewohner massenhaft aus den Gebäuden auf die Straßen, um sich vor einstürzenden Konstruktionen in Sicherheit zu bringen. In mehreren Stadtteilen der Hauptstadt wurden Gebäudeeinstürze und riesige Staubwolken beobachtet. Zerstörungen wurden nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in den Bundesstaaten Trujillo, Carabobo, Aragua, Miranda und La Guaira registriert.
Menschliche Opfer und Katastrophengebiet
Die offiziellen Daten, die von der Präsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, bekannt gegeben wurden, bestätigen das tragische Ausmaß der Ereignisse. Nach den neuesten Schätzungen kamen mindestens 32 Menschen ums Leben. Wichtig ist dabei, dass diese Zahl die Daten aus dem Bundesstaat La Guaira nicht einschließt, der am stärksten gelitten hat.
„Man kann sagen, dass der Bundesstaat La Guaira eine echte Tragödie ist und zum Katastrophengebiet erklärt wurde', betonte die Staatschefin. In dieser Küstenregion wurden Dutzende Gebäude zerstört. In die Krankenhäuser des Landes, sowohl staatliche als auch private, wurden mehr als 700 Verletzte mit verschiedenen Verletzungen eingeliefert.
Internationale Reaktion und Rettungsarbeiten
Infolge der Katastrophe wurde in Venezuela der Notstand ausgerufen. Die Behörden des Landes erwarten bereits die Ankunft internationaler Rettungsteams. Hilfe haben die USA, Mexiko, El Salvador, Katar und die Dominikanische Republik zugesagt.
Auch in der Ukraine wurden die Hinterbliebenen der Opfer getrauert. Der Außenminister Andrej Sybiga erklärte die Solidarität mit dem venezolanischen Volk.
„Wir übermitteln unseren aufrichtigen Beileid den Familien der Opfer. Wir wünschen den Verletzten eine schnelle Genesung und den Rettungsteams, die unermüdlich vor Ort arbeiten, Kraft. Wir sind zuversichtlich, dass alle betroffenen Gemeinden sich so schnell wie möglich von dieser tragischen Katastrophe erholen können', so der ukrainische Außenminister.
Tsunami-Gefahr und nachfolgende Ereignisse
Unmittelbar nach den Erdstößen gab das Pazifische Tsunami-Warnzentrum eine Warnung für Teile der Karibik heraus. Bedroht waren die Jungferninseln, Aruba, Curaçao und Bonaire. Zum Glück wurden einige Warnungen später wieder aufgehoben, doch das Ausmaß der Zerstörungen an Land war bereits geschehen.