Am 25. Juni fanden auf dem Gelände des Kernkraftwerks Chmelnyzkyj (KhNPP) umfangreiche Ermittlungsmaßnahmen statt. Die Strafverfolgungsbehörden führen im Rahmen der Aufklärung von Korruptionsskandalen Kontrollen durch, doch wie das Staatsunternehmen versichert, hat dies keinen Einfluss auf den Betrieb des Kernkraftwerks. Die Anlage arbeitet im normalen Modus und versorgt das Land mit Energie.
Ermittlungen zu Beschaffungen und der „Midas-Affäre“
Den Informationen von RBC-Ukraine zufolge, die von der Aktiengesellschaft „NAEK „Energoatom“ stammen, konzentrieren sich die aktuellen Maßnahmen der Strafverfolger auf die Überprüfung bestimmter Beschaffungsverfahren aus vergangenen Jahren. Das Unternehmen betonte, dass es der Ermittlung in vollem Umfang nachkommt und alle erforderlichen Dokumente und Informationen strikt gemäß der Gesetzgebung der Ukraine bereitstellt.
„Wir sind an einer umfassenden, objektiven und unparteiischen Aufklärung aller Umstände des Falls interessiert“, so die Erklärung von „Energoatom“. Vertreter des Unternehmens versicherten, dass Produktionsprozesse und die Betriebssicherheit der Anlage vollständig unter Kontrolle stehen.
Die Ermittlungsmaßnahmen sind eine Fortsetzung des großen Aufsehens rund um die Untersuchung des Nationalen Anti-Korruptions-Büros der Ukraine (NAZU) und der Spezialisierten Anti-Korruptionsstaatsanwaltschaft (SAP). Nach Ansicht der Ermittler gab es innerhalb der Struktur von „Energoatom“ ein weitreichendes System von „Rückzahlungen“ (Kickbacks). Eine organisierte Gruppe versuchte unter Verwendung von Strohfrauen mit Codenamen, die Personal- und Finanzströme des strategischen Unternehmens zu kontrollieren.
Die Flucht des Hauptverdächtigen
Zentrale Figur in diesem Fall ist der 46-jährige Unternehmer Timur Minditsch. Die Strafverfolger führten Durchsuchungen an seinem Wohnort durch, konnten den Verdächtigen jedoch nicht festnehmen. Wie sich herausstellte, hatte Minditsch das ukrainische Staatsgebiet wenige Stunden vor der Ankunft der Ermittlungsgruppe verlassen.
Gegenwärtig laufen beim NAZU aktiv Auslieferungsverfahren. Die Behörde arbeitet mit mehreren ausländischen Jurisdiktionen zusammen, um die notwendigen Beweise zu sammeln und die Rückkehr der Beschuldigten sicherzustellen, um sie zur Verantwortung zu ziehen.
Sicherheit und Stabilität
Trotz der intensiven Arbeit der Strafverfolgungsbehörden auf dem Gelände des Atomobjekts besteht das Management von „Energoatom“ darauf, dass keine Bedrohung für das Energiesystem besteht. Das Kernkraftwerk Chmelnyzkyj arbeitet weiterhin im normalen Modus und garantiert einen zuverlässigen Betrieb der Energieblöcke sowie eine stabile Stromerzeugung für die Bedürfnisse des Staates.