Im Mai 2026 unterzeichnete Wladimir Putin ein Dekret zur Ernennung von Generaloberst Alexander Tschajka zum Oberbefehlshaber der Luft- und Weltraumstreitkräfte (WKS) der Russischen Föderation. Dies meldet RBC-Ukraine unter Berufung auf den Telegram-Kanal ASTRA.
Karriere von Alexander Tschajka
Alexander Tschajka ist eine der Schlüsselfiguren in der modernen russischen Militärhierarchie. Vor seiner neuen Ernennung leitete er den Militärbezirk Ost der Russischen Föderation, wo er für die strategische Planung und das operative Management großer Truppenverbände verantwortlich war.
Tschajka kommandierte zudem zweimal die russische Truppengruppe in Syrien: von September 2019 bis Juni 2021 und von Mai 2022 bis Juni 2025. Seine Erfahrung in internationalen Konflikten und bei der Koordination der Aktionen verschiedener Waffengattungen macht ihn zu einer bedeutenden Figur für die Führung der WKS.
Rolle im großangelegten Einmarsch
Besondere Aufmerksamkeit erregt die Beteiligung Tschajkas an den Ereignissen des Jahres 2022. Er kommandierte direkt den russischen Vormarsch auf Kiew, der für die Streitkräfte der Russischen Föderation mit einem Misserfolg endete. Dieser Vorfall wurde zu einem der meistdiskutierten Momente des Beginns des großangelegten Krieges in der Ukraine.
Die Europäische Union verhängte im März 2022 persönliche Sanktionen gegen Tschajka sowie gegen acht weitere Kommandeure verschiedener Einheiten der russischen Armee. Die Sanktionen hingen mit Vorwürfen der Beteiligung an Massenerschießungen von Zivilisten in Butscha im Gebiet Kiew zusammen.
Folgen für die Militärstrukturen
Die Ernennung Tschajkas zum Oberbefehlshaber der WKS erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Fälle der Liquidierung hochrangiger russischer Militärfunktionäre sowohl innerhalb des Landes als auch in der Kampfzone.
Im Juni 2026 explodierte unter Moskau im Wohnviertel Awiatorow, in dem viele Offiziere leben, ein BMW X3. Laut Medienberichten kam bei der Explosion ein Generalleutnant der russischen Armee ums Leben.
Zudem wurde im Dezember 2025 in der russischen Hauptstadt selbst in der Jasenevaja-Straße ein Attentat auf den Generalmajor der Streitkräfte der Russischen Föderation Fanil Sarwarow verübt. Eine selbstgebaute Sprengladung detonierte unter dem Fahrersitz, als dieser sein eigenes Auto in Bewegung setzte.
Auch das höchste Glied der Besatzungstruppen in der Kampfzone selbst erleidet Verluste. So eliminierten ukrainische Drohnen den russischen Kommandeur Naran Otschir-Gorjaew, der den Titel „Held Russlands' trug und persönlich Wladimir Putin über den Sturm auf Sewersk im Gebiet Donezk berichtete.
Bedeutung der Ernennung
Die Ernennung von Alexander Tschajka zum Oberbefehlshaber der russischen WKS könnte darauf hindeuten, dass der Kreml die Kontrolle über die Luft- und Weltraumstreitkräfte verstärken und eine effektivere Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Waffengattungen gewährleisten möchte. Sein früherer Erfahrungsschatz, insbesondere im Kontext des gescheiterten Vormarsches auf Kiew, wirft jedoch Fragen darüber auf, inwieweit er die neuen Aufgaben erfolgreich bewältigen wird.
Die internationale Gemeinschaft und Menschenrechtsverteidiger beobachten weiterhin die Handlungen von Tschajka und anderer russischer Offiziere, die des Kriegsverbrechens beschuldigt werden. Sanktionen und Druck seitens der westlichen Länder bleiben wichtige Instrumente im Kampf gegen die Aggression der Russischen Föderation.