Die Europäische Union bereitet eine massive Ausweitung der restriktiven Maßnahmen gegen die Russische Föderation vor. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hat offiziell den Vorschlag für das 21. Sanktionspaket angekündigt, das unter den Bedingungen eines politischen Richtungswechsels in Ungarn in Kraft treten wird. Das neue Paket erweitert nicht nur den wirtschaftlichen Druck, sondern führt auch beispiellose persönliche Beschränkungen für die Konfliktparteien ein.
Erstmals: Einreiseverbot für russische Kombattanten
Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Entscheidung, Russen, die an Kampfhandlungen gegen die Ukraine teilgenommen haben, die Einreise in die Länder der Europäischen Union zu verbieten. Ursula von der Leyen betonte, dass dies eine Maßnahme sei, die es in der Sanktionspraxis des Blocks zuvor nicht gegeben habe.
„Heute schlagen wir das 21. Sanktionspaket vor. Wir konzentrieren uns auf die Sektoren mit der größten Wirkung, nämlich Energie, Finanzdienstleistungen und Kryptowährungen, Handel, und zum ersten Mal wird auch die Fischerei einbezogen, und wir verbieten die Einreise ehemaliger russischer Kombattanten in die Europäische Union', erklärte die Präsidentin der Europäischen Kommission.
Schlag gegen die „Schattenflotte' und die Infrastruktur
Ein erheblicher Teil des Pakets zielt darauf ab, den Export russischen Öls unter Umgehung der Preisobergrenzen zu bekämpfen. Auf die Liste der Sanktionsbeschränkungen werden weitere 30 Schiffe gesetzt, was zusammen mit den bereits verbotenen 632 Schiffen die Gesamtzahl der Schiffe der „Schattenflotte' auf mehr als 660 Einheiten bringen wird.
Die EU geht zu härteren Maßnahmen über, die nicht nur die Tanker selbst, sondern auch die sie bedienende Infrastruktur umfassen. Betroffen sind:
- Schiffe, die die „Schattenflotte' mit Treibstoff und anderen Dienstleistungen versorgen;
- Häfen und Flughäfen, die an der Logistik russischen Öls beteiligt sind;
- Raffinerien, die russisches Rohöl handeln oder verarbeiten.
Zudem wird ein direktes Verbot des Verkaufs von Energietankern an Russland eingeführt, was die Modernisierung der Flotte zur Umgehung der Beschränkungen erschweren soll.
Finanzsektor und neue Ziele
Parallel zu den logistischen Beschränkungen bereitet Brüssel einen Schlag gegen das Finanzsystem vor. Das 21. Paket wird 170 natürliche und juristische Personen umfassen, darunter 90 Banken. Diese Entscheidung zielt darauf ab, die wichtigsten Akteure der russischen Wirtschaft zu isolieren.
Die Annahme des Pakets wird Ende Juni oder Anfang Juli erwartet. Die schnelle Voranbringung der Initiative wurde durch den Machtwechsel in Ungarn möglich, wo die neue Regierung die Blockierung aufgehoben hat, die zuvor die Einführung von Beschränkungen behindert hatte.
Militärischer Druck und Bilanz der Sanktionen
Der Druck auf Russland verstärkt sich auch im militärischen Bereich. Die Seestreitkräfte der EU-Länder erhalten das Recht, nicht nur zu beobachten, sondern an Bord der Schiffe der russischen „Schattenflotte' im Mittelmeer zu gehen. Bisher beschränkte sich die IRINI-Mission lediglich auf die Überwachung verdächtiger Schiffe.
Die Chefin der EU-Diplomatie, Kaja Kallas, bewertete die Wirksamkeit der bereits eingeführten Maßnahmen: Ihrer Aussage zufolge haben die Sanktionen dem Kreml Schäden in Höhe von 1,5 Billionen Dollar zugefügt. Das neue Paket wird voraussichtlich weitere 80 russische Organisationen und Personen treffen und den Kurs auf eine systematische Einschränkung der Möglichkeiten der russischen Wirtschaft fortsetzen.