Die Europäische Union hat offiziell bestätigt, dass russische Soldaten heimlich auf chinesischem Territorium ausgebildet werden. Laut Angaben der Nachrichtendienste der EU hat Peking Hunderte von Kämpfern für den Einsatz im Kampf gegen die Ukraine geschult, und ein Teil von ihnen befindet sich bereits an der Front.
Dies erklärte ein hochrangiger Beamter der Europäischen Union in einem Interview mit dem Fernsehsender «Suspilne», wie das Medium RBC-Ukraine berichtete. «Unsere Dienste haben bestätigt, dass eine solche Ausbildung an mehreren Orten in China stattfindet. Es geht um Hunderte von Personen, was jedoch im Widerspruch zu dem steht, was uns bisher von chinesischer Seite mitgeteilt wurde», betonte der Diplomat.
Dringende Sitzung in Luxemburg
Die Situation der militärischen Zusammenarbeit zwischen Peking und Moskau wird das Hauptthema des bevorstehenden Treffens der Außenminister der EU-Länder sein. Am Montag werden die Diplomaten in Luxemburg die weitere Zusammenarbeit mit China erörtern, wobei der Schwerpunkt auf Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik liegen wird.
Die Tagesordnung umfasst kritisch wichtige Themen, die über den ukrainischen Konflikt hinausgehen:
- Das Problem der Abhängigkeit der europäischen Rüstungsindustrie von chinesischen Lieferketten.
- Der Einfluss chinesischer Wirtschaftsspieler auf den europäischen Markt.
- Die Koordinierung der gemeinsamen Interessen der EU für den Fall einer möglichen Krise in der Region des Fernen Ostens.
Die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, die an den Verhandlungen teilnehmen wird, beabsichtigt, den Fokus auf die Notwendigkeit des inneren Zusammenhalts der Europäischen Union zu legen. Ihrer Meinung nach wird nur eine konsolidierte Position es ermöglichen, Beziehungen zu einem so mächtigen geopolitischen Partner wie China effektiv zu gestalten.
Wer wurde genau in China ausgebildet?
Zuvor berichtete die Agentur Reuters, dass Ende letzten Jahres auf dem Territorium der VR China heimlich etwa 200 russische Soldaten ausgebildet wurden. Später kehrte ein Teil von ihnen in die Kampfzone zurück. Das deutsche Magazin Welt präzisierte die Details: Zu den Auszubildenden könnten Drohnenpiloten aus der Eliteeinheit «Rubikon» gehört haben.
Das offizielle Peking bestreitet diese Vorwürfe kategorisch. Die chinesischen Behörden bezeichnen derartige Behauptungen als Versuch, die Verantwortung für den Krieg in der Ukraine auf andere Akteure abzuwälzen. Auch der Kreml vertritt eine ähnliche Position. Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, erklärte, dass die Berichte über die heimliche Ausbildung russischer Soldaten in China nicht der Realität entsprechen, und rief dazu auf, sie kritisch zu betrachten.