Die Europäische Union hat die Einführung eines neuen Pakets von Beschränkungsmaßnahmen gegen Russland angekündigt. Wie Kaja Kallas, die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, erklärte, wurden Schlüsselelemente der russischen Wirtschaft, die die Kriegsmaschinerie unterstützen, sowie Infrastrukturen, die es ermöglichen, internationale Beschränkungen zu umgehen, getroffen.
Im Visier: Rüstungsindustrie und Drohnenhersteller
Im Mittelpunkt der neuen Entscheidung stand der militärisch-industrielle Komplex. In die Sanktionslisten wurden 7 natürliche Personen und 21 Organisationen aufgenommen. Brüssel konzentrierte sich auf Hersteller und Lieferanten von unbemannten Fluggeräten sowie auf Vermittler, die die Lieferung von Militärgut in Drittländern ermöglichen.
Zu den sanktionierten Organisationen gehören:
- Das Flugzeugwerk Isewsk;
- Die Entwickler der Gesichtserkennungssysteme von NtechLab;
- Der Präsidentschaftliche Fonds für kulturelle Initiativen.
Boykott der „Schattenflotte' und der Öllogistik
Ein separater Sanktionsblock zielt darauf ab, Exportmechanismen für russisches Öl zu sabotieren. Die EU hat Beschränkungen gegen 2 Personen und 24 Organisationen eingeführt, die mit der Nutzung der sogenannten „Schattenflotte' in Verbindung stehen. In die Liste wurden Schifffahrtsstrukturen der Unternehmen LUKOIL und Gazprom Neft aufgenommen.
In der Europäischen Union wurde betont, dass diese Schemata dem Kreml nicht nur helfen, Preisobergrenzen und andere Beschränkungen zu umgehen, sondern auch erhebliche Umweltrisiken für die Sicherheit der Meere schaffen.
Sanktionen gegen Propaganda und hybride Bedrohungen
Das neue Paket betraf auch den Bereich des Informationskriegs. Russische Propagandisten, Beamte und religiöse Würdenträger, die in Brüssel als an den hybriden Netzwerken des Aggressors beteiligt angesehen werden, unterliegen nun Beschränkungen.
Verlängerung der Beschränkungen für die Krim und neue Verbote
Im Rahmen der jährlichen Überprüfung des Sanktionsregimes hat die EU die Beschränkungen verlängert, die im Zusammenhang mit der unrechtmäßigen Annexion der Krim und Sewastopols eingeführt wurden. Sie werden nun mindestens bis zum 23. Juni 2027 gelten.
Darüber hinaus hat Brüssel beschlossen, ehemaligen russischen Militärs, die an der Aggression gegen die Ukraine beteiligt waren, den Einreiseverbot in die Länder der Europäischen Union zu erteilen. Diplomaten arbeiten weiterhin an der Erweiterung der Listen: Persönliche Sanktionen gegen weitere 80 russische Unternehmen und Bürger werden derzeit geprüft.
Diese Maßnahmen setzen den kürzlich verabschiedeten 21. Sanktionspaket fort, das den Energiesektor, Finanzdienstleistungen, Handel, den Kryptowährungsbereich und die Fischerei betraf.