Die Europäische Union geht von diplomatischen Erklärungen zu konkreten Szenarien für das Ende des Krieges über. Die Chefin der EU-Außenpolitik, Kaja Kallas, hat die harte Position Brüssels deutlich gemacht: Zukünftige Verhandlungen mit Moskau sind ohne eine fundamentale Einschränkung der militärischen Macht Russlands unmöglich. Im Zentrum der Forderungen steht eine radikale Reduzierung der Stärke der russischen Armee.
Strategie der Spiegelung
Bei einem Briefing vor dem Treffen der Außenminister bestätigte Kallas, dass das Dokument mit den Bedingungen bereits fertiggestellt ist. Es wurde bereits im Februar vorgelegt, nun jedoch wird sein Inhalt öffentlich diskutiert. Die EU-Diplomatin betonte, dass der Ansatz Brüssels „maximalistisch“ sei, dies jedoch eine erzwungene Maßnahme darstelle. Laut Kallas spiegelt Europa lediglich die Position des Kremls wider, der weiterhin unrealistische Forderungen stellt und die Realität ignoriert.
Die Logik der EU ist einfach: Frieden kann nicht auf den Ruinen der Souveränität der Ukraine aufgebaut werden. Daher muss die Sicherheit der neuen europäischen Architektur auf Garantien basieren, die eine Wiederholung der Aggression ausschließen. Die Begrenzung der Stärke der russischen Streitkräfte ist nur einer der wichtigsten Punkte dieses „Vertrags“, den Brüssel anbieten will.
Sackgasse im Kreml und Eskalationsrisiko
Die Position von Kallas erscheint vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage besonders relevant. Interne Quellen in Russland geben zu, dass der Krieg in einer Sackgasse steckt und ein sicherer Ausweg für das Regime derzeit nicht in Sicht ist. Dennoch besteht Moskau weiterhin auf seinen Bedingungen.
Europa blickt jedoch über die aktuellen Kämpfe hinaus. Kaja Kallas hatte zuvor vor der Gefahr einer Ausweitung des Konflikts über die Grenzen der Ukraine hinaus gewarnt. Die strategischen Ziele Russlands bleiben aus Sicht der Diplomatin unverändert – die Veränderung des gesamten Sicherheitssystems auf dem Kontinent. Deshalb besteht die EU auf strengen Garantien, um zu verhindern, dass die Ukraine zu einem Sprungbrett für weitere Aggressionen gegen Nachbarn wird.