Die Europäische Kommission hat einen harten Schlag gegen das Monopol des Tech-Riesen geführt und im Rahmen des Digital Markets Act (DMA) neue strenge Anforderungen angekündigt. Google wird gezwungen sein, sein Betriebssystem Android für externe Künstliche Intelligenzen zu öffnen und vertrauliche Suchmetriken mit Wettbewerbern zu teilen. Diese Entscheidung verändert die Spielregeln auf dem Markt für digitale Dienstleistungen grundlegend.

Das Ende der Exklusivität für Gemini

Den neuen Direktiven aus Brüssel zufolge muss Google externen KI-Assistenten denselben Integrationsgrad in Android gewähren, den derzeit der firmeneigene Assistent Gemini genießt. Derzeit profitiert das Google-System von exklusiven Privilegien auf zertifizierten Smartphones: Es reagiert auf Sprachbefehle zur Aktivierung, hat tiefen Zugriff auf den Bildschirm und steuert die Systemautomatisierung.

Wettbewerber sind von diesen Möglichkeiten ausgeschlossen, was sie in eine eindeutig verlorene Position bringt. Die Europäische Kommission fordert, dass Nutzer das Recht erhalten, jeden KI-Assistenten ihrer Wahl vollwertig zu integrieren, ohne die Systemfunktionen des Geräts zu verlieren. Dies soll den Wettbewerb anregen und den Nutzern Wahlfreiheit geben.

Zugang zum „Black Box' der Suche

Der zweite Schlag gegen das Geschäftsmodell von Google betrifft den Datenzugriff. Das Unternehmen wird gezwungen, Suchstatistiken und -metriken unter transparenten Bedingungen und gegen eine angemessene Gebühr mit konkurrierenden Suchmaschinen und KI-Chat-Entwicklern zu teilen.

Der Zugang zu diesen Daten soll kleinen Unternehmen helfen, effektiver mit dem Monopolisten zu konkurrieren, der jahrzehntelang den Markt dominierte, indem er geschlossene Informationen über das Nutzerverhalten nutzte.

Googles Antwort: Sicherheitsbedenken

Das Unternehmen reagierte scharf und negativ auf die Entscheidung der EU-Kommission. Kent Walker, der Präsident der Firma für globale Angelegenheiten, erklärte, die Anforderungen des Regulators „gingen zu weit'.

Laut Walker würde die Gewährung von tiefgreifendem Zugriff auf Android für externe KIs und die Übermittlung von Suchdaten an Dritte kritische Cybersicherheitstools zerstören. Google behauptet, dass diese Maßnahmen eine Bedrohung für die Privatsphäre der Nutzer, Geschäftsgeheimnisse und sogar die nationale Sicherheit darstellen und Millionen von Europäern gefährden würden.

Fristen und Konsequenzen

Google hat Zeit, technische Details abzustimmen und die Infrastruktur vorzubereiten, aber die Fristen sind bereits festgelegt:

  • Der Austausch von Suchdaten mit Wettbewerbern muss im Januar 2027 beginnen.
  • Das Android-Update für die vollständige Integration externer KIs muss bis Juli 2027 umgesetzt werden.

So werden wir in den nächsten zwei Jahren sehen, wie sich eine der geschlossenen Ökosysteme der Welt unter dem Druck der Regulatoren transformieren wird.