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title: "EU kürzt Quoten für ukrainischen Stahl mitten in tiefster Branchenkrise – Metinvest-CEO"
description: "Metinvest-CEO Juri Ryschenkow erklärte, dass die Kürzung der EU-Stahlimportquoten um über 50 % das Überleben der ukrainischen Metallurgie im Krieg gefährde."
date: 2026-10-07T10:50:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/eu-kuerzt-quoten-ukrainischer-stahl-metinvest
tags: [metinvest, eu-quotas, ukrainian-steel, economy-crisis, zaporizhstal]
publisher: "XAB.info"
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# EU kürzt Quoten für ukrainischen Stahl mitten in tiefster Branchenkrise – Metinvest-CEO

## 🎯 Key Points

- Die EU hat die zollfreien Quoten für ukrainischen Stahl ab dem 1. Juli um über 50 % gekürzt.
- Die Metinvest-Werke Saporischstal und Kametstal wurden nach jüngsten Angriffen gestoppt.
- Das Fehlen eines garantierten EU-Marktzugangs macht Investitionen unmöglich.

Die ukrainische Stahlindustrie hat sich nach einer neuen Welle russischer Angriffe in einem kritischen Zustand befunden, und ihre Zukunft hängt nicht nur von der physischen Wiederherstellung der Werke ab, sondern auch von den Bedingungen des Zugangs zum Markt der Europäischen Union. Dies erklärte der Generaldirektor der Metinvest-Gruppe, Juri Ryschenkow, in einem Interview mit der Financial Times.

### Großflächige Zerstörungen und die historische Rolle der Metallurgie

Jüngster russischer Beschuss hat zur Stilllegung der Metinvest-Stahlriesen Saporischstal und Kametstal geführt. Derzeit räumen Arbeiter Trümmer weg und bewerten den Zustand der Anlagen, um die Möglichkeit einer sicheren Wiederaufnahme der Produktion zu ermitteln. Die Krise der Branche begann viel früher: Vor dem vollflächigen Krieg machte die Metallurgie rund 10 % des ukrainischen BIP und ein Dritel der Exporte aus. Selbst nach dem Verlust der Mariupol-Anlagen und der Donbass-Betriebe im Jahr 2022 blieb der Sektor eine Hauptstütze der Wirtschaft und erbrachte über 7 % des BIP und mehr als 20 % der Exporte. Heute stößt die technische Wiederherstellung der Werke jedoch auf eine Kernfrage – die Verfügbarkeit von Absatzmärkten für Fertigprodukte.

### Schlag für den Export und neue Einschränkungen aus Brüssel

Laut Juri Ryschenkow zwingen die jüngsten EU-Entscheidungen die Unternehmen dazu, die Zweckmäßigkeit von Investitionen ernsthaft infrage zu stellen. Am 1. Juli traten neue Brüsseler Regeln in Kraft, die die zollfreien Quoten für Stahlimporte um mehr als 50 % kürzten und Lieferungen über den festgelegten Grenzen mit einem Zollsatz von 50 % belegten. Nach Schätzungen des GMK Centers bedeutet die ukrainische Quote von rund 1 Million Tonnen einen Exportrückgang von 60 % im Vergleich zu 2025. Der Metinvest-CEO betont, dass echte Unterstützung für ein kriegsgeplagtes Land darin bestehen sollte, seiner Industrie die Möglichkeit zu geben, zu arbeiten, Steuern zu zahlen und den Haushalt zu füllen, was weitaus effektiver als Zuschüsse sei.

### Extreme Arbeitsbedingungen und soziale Folgen

Ukrainische Metallurgen arbeiten unter fundamental schlechteren Bedingungen als europäische Wettbewerber: ständige Luftalarme, Stromausfälle, zerstörte Logistik und ein katastrophaler Fachkräftemangel aufgrund der Mobilisierung von über 8.550 Unternehmensmitarbeitern in die Streitkräfte. Die Anwendung standardmäßiger europäischer Regulierungsvorschriften auf eine solche Industrie ist inkorrekt. Darüber hinaus trifft die Metallurgiekrise unweigerlich Monostädte: Die Stilllegung von Werken wie Saporischstal oder Kametstal bedeutet einen Beschäftigungskollaps in Saporischschja, Kamjanske und Krywyj Rih und gefährdet das Überleben ganzer Regionen.

### Widersprüchliche Daten

Es gibt Diskrepanzen bei den Einschätzungen der Auswirkungen restriktiver Maßnahmen zwischen der offiziellen Haltung europäischer Regulierungsbehörden und den Aussagen ukrainischer Industrieholdings. Brüssel begründet Schutzquoten mit der Notwendigkeit, den EU-Binnenmarkt zu stabilisieren und ein Überangebot an Stahlprodukten vor dem Hintergrund globaler Instabilität zu verhindern. Gleichzeitig bestehen das Metinvest-Management und GMK-Center-Experten darauf, dass die Ukraine aufgrund von Zerstörungen und Infrastrukturbeschränkungen physisch nicht in der Lage ist, die Vorkriegsexportmengen zu überschreiten, weshalb die harte Quoten-Kürzung überflüssig ist und die Reste der exportorientierten ukrainischen Wirtschaft vernichtet.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [ЕС урезал квоты для украинской стали в момент глубочайшего кризиса отрасли - СЕО Метинвеста](https://www.rbc.ua/ukr/news/es-urizav-kvoti-ukrayinskoyi-stali-moment-1791369984.html) - Основное интервью СЕО Метинвеста Юрия Рыженкова для Financial Times, опубликованное РБК-Украина.
- [Нужен ли государству крупный бизнес? «Метинвест» призывает пересмотреть подход к поддержке ...](https://gmk.center/news/nuzhen-li-gosudarstvu-krupnyj-biznes-metinvest-prizyvaet-peresmotret-podhod-k-podderzhke-ukrainskoj-promyshlennosti/) - Аналитические данные GMK Center по сокращению квот на 50% и падению экспорта на 60%.
- ["Метинвест" призвал пересмотреть государственные программы поддержки крупной промышленности](https://gordonua.com/section-money/news-metinvest-zaklykav-perehlyanuty-derzhavni-prohramy-pidtrymky-velykoyi-promyslovosti-06-10-2026.html) - Контекст поддержки крупной промышленности и вызовов для моногородов.
- [Новые квоты ЕС могут закрепить кризис украинской металлургии на долгие годы, - Метинвест](https://www.unian.net/economics/other/novye-kvoty-es-mogut-zakrepit-krizis-ukrainskoy-metallurgii-na-dolgie-gody-metinvest-13503372.html) - Заявления компании о критическом влиянии новых правил ЕС на восстановление отрасли.

## ❓ FAQ

