---
title: "Keine Verhandlungsführer mit Putin: Die EU wählt Druck statt Diplomatie"
description: "Die EU lehnt die Ernennung eines Verhandlungsführers mit Putin ab: Brüssel hält es für notwendig, dass keine Strategie vorliegt und der Kreml nicht auf Frieden eingestellt ist. Statt Diplomatie – neue Sanktionen und eine harte Position. 🇪🇺🚫🤝"
date: 2026-05-28T06:34:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/eu-lehnt-ernennung-eines-verhandlungsfuehrers-mit-putin-ab-strategie-statt-diplomatie-de
tags: []
publisher: "XAB.info"
---

# Keine Verhandlungsführer mit Putin: Die EU wählt Druck statt Diplomatie

![Wladimir Putin hält eine Rede vor dem Logo 'Russland — Rhythmus 2024' und unterstreicht seine Worte mit Gesten](https://xab.info/media/2026/05/28/eu-otkazalsya-naznachat-peregovorshchika-s-putinym-strategiya-vmesto-diplomatii/vladimir-putin-na-vystuplenii-2024.webp)

Die Europäische Union hat eine grundsätzliche Entscheidung getroffen: Solange keine klare Strategie zur Konfliktlösung formuliert ist, wird kein Sonderverhandlungsführer für Moskau ernannt. Diese Entscheidung, die auf einer informellen Tagung der Außenminister auf Zypern getroffen wurde, ist eine Reaktion auf die wachsende Unsicherheit und Skepsis gegenüber den Absichten des Kremls.

Maßgeblich an dieser Entscheidung war die Position der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas, die von Berlin und anderen wichtigen Akteuren unterstützt wurde. Brüssel geht davon aus, dass vor dem Sitzen am Verhandlungstisch die eigene Position und die Unterstützungsmechanismen für die Ukraine vollständig geklärt sein müssen. Unter den aktuellen Umständen könnte die Ernennung eines Vermittlers als Schwäche oder sogar als Falle wahrgenommen werden.

Die Skepsis gegenüber Wladimir Putin in der EU hat einen Höhepunkt erreicht. Europäische Führungspersönlichkeiten sind überzeugt, dass der russische Führer nicht bereit ist, den Krieg aufrichtig zu beenden. Statt diplomatischer Zugeständnisse bereitet Brüssel eine neue Runde des Drucks vor – es wird erwartet, dass bald das 21. Sanktionspaket vorgestellt wird, das den Finanzsektor und die Rüstungsindustrie Russlands treffen wird.

Innerhalb des Blocks gibt es unterschiedliche Meinungen über einen Verhandlungsführer. Einige Länder befürchten, dass dieser Schritt den Sanktionsdruck abschwächen könnte, während die USA ihre Rolle als Vermittler allmählich reduzieren. Andere sehen darin eine Notwendigkeit, doch der Konsens hat sich bisher in Richtung einer harten Linie verschoben.

Zu den potenziellen Kandidaten für die Rolle des „europäischen Vermittlers“ gehörten prominente Namen: von der ehemaligen deutschen Kanzlerin Angela Merkel über den finnischen Präsidenten Alexander Stubb bis hin zum ehemaligen EZB-Präsidenten Mario Draghi. Allerdings hat Merkel bereits von dieser Rolle abgelehnt, und Putins eigenes Angebot – die Kandidatur von Gerhard Schröder – wurde als inakzeptabel abgelehnt. Kaja Kallas scheute sich nicht, Schröder als „Lobbyisten russischer Unternehmen“ zu bezeichnen, und Kanzler Friedrich Merz betonte: Die Entscheidung über den EU-Vertreter muss von den Europäern selbst getroffen werden.