Im Gebäude des Europäischen Parlaments in Straßburg ist eine ungewöhnliche und provokante Installation zu sehen, die die Aufmerksamkeit von Abgeordneten, Gästen und der Weltpresse auf sich gezogen hat. Der dänische Künstler Jens Galschiøt präsentierte eine monumentale 2,6 Meter hohe Statue von US-Präsident Donald Trump mit dem satirischen Titel „Die orangefarbene Pest“. Das Kunstwerk wurde sofort zum Mittelpunkt einer dreitägigen Ausstellung in den Räumen des EU-Parlaments, kurz vor deren Abschluss am 8. Oktober 2026.

Symbolik und Details der umstrittenen Installation

Das Monument wurde mit 23-karätigem Blattgold verziert, was die bekannte Vorliebe des US-Politikers für glänzendes und luxuriöses Dekor unterstreicht. Nach der Konzeption des Künstlers thront die Figur Trumps auf den Schultern eines erschöpften, gebeugten Mannes, der die unterdrückte Gesellschaft oder Entwicklungsländer symbolisiert. In den Händen hält der Präsident die Waage der Gerechtigkeit und einen langen Golfschläger, während zu Füßen des Lastenträgers ein winziger Globus in Größe eines Golfballs platziert ist. Der Künstler erklärte, er habe ein Bild schaffen wollen, das so blendend und dominant ist, dass andere Menschen dahinter symbolisch unsichtbar werden.

Widersprüchliche Daten

Bei der Berichterstattung über diese Ausstellung in verschiedenen internationalen Medien gab es spürbare Abweichungen in der Beschreibung von Installationsdetails und Ausstellungsort. So behaupteten einige Nachrichtenportale und Agenturen in ihren Überschriften, die Statue sei völlig „nackt“ gewesen und direkt „vor dem Gebäude“ des EU-Parlaments im Freien aufgestellt worden. Offizielle Quellen, darunter europäische Fachpublikationen und die Primärquelle selbst, stellen jedoch klar, dass die Skulptur auf Einladung des dänischen EU-Abgeordneten Per Clausen direkt im Inneren des Hauptgebäudes in Straßburg platziert wurde und ihr künstlerischer Fokus auf der Goldbeschichtung und der autoritären Pose liegt, nicht auf physischer Nacktheit.

Politischer Hintergrund und öffentliche Reaktion

Nach Angaben des dänischen Bildhauers Jens Galschiøt ist dieses Werk eine scharfe und kompromisslose Satire gegen die Außen- und Klimapolitik der US-Regierung. Die Bildsprache erinnert an das berühmte Märchen von Hans Christian Andersen „Des Kaisers neue Kleider“ und mahnt zu einem kritischen Blick auf das Handeln von Führungspersönlichkeiten. Besucher der Ausstellung konnten nicht nur das großflächige Werk bewundern, sondern erhielten auch Erinnerungsstücke: Der Autor hatte rund 20.000 3D-gedruckte Miniaturkopien der Statue vorbereitet, die an Gäste und Parlamentsmitarbeiter verteilt wurden. Zuvor war die Skulptur bereits bei Protesten auf dem UN-Klimagipfel in Brasilien und in Kopenhagen zu sehen; im kommenden Monat soll sie auf der Klimakonferenz COP31 im türkischen Antalya ausgestellt werden.