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title: "Italien überholt Großbritannien erstmals bei der Angabe von Gehältern in Stellenanzeigen, doch die meisten EU-Länder haben die neuen Regeln nicht fristgerecht umgesetzt"
description: "Italien hat Großbritannien beim Anteil der Stellenanzeigen mit angegebenem Gehalt erstmals überholt — 61 % gegenüber 60 %. Dabei haben die meisten EU-Länder die Richtlinie zur Entlohnungstransparenz nicht bis zur Frist am 7. Juni 2026 umgesetzt."
date: 2026-09-09T05:22:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/eu-richtlinie-entlohnungstransparenz-italien-ueberholt-grossbritannien
tags: [eu-pay-transparency, salary-disclosure, gender-pay-gap, labor-market, italy, european-union]
publisher: "XAB.info"
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# Italien überholt Großbritannien erstmals bei der Angabe von Gehältern in Stellenanzeigen, doch die meisten EU-Länder haben die neuen Regeln nicht fristgerecht umgesetzt

![Mitarbeiter arbeitet an einem Laptop im Büro vor dem Hintergrund der neuen EU-Regeln zur Angabe von Gehältern in Stellenanzeigen](https://xab.info/media/2026/09/09/es-direktiva-prozornost-zarplat-italiya-obog-velikobritaniyu/es-direktiva-prozornost-zarplat-italiya-obog-velikobritaniyu-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Die Frist zur Umsetzung der Richtlinie zur Entlohnungstransparenz in der EU — 7. Juni 2026 — wurde von den meisten Staaten nicht eingehalten.
- Italien: Der Anteil der Stellenanzeigen mit angegebenem Gehalt stieg von 26 % (Juli 2025) auf 61 % (Juli 2026) und überholte damit Großbritannien (60 %).
- In Deutschland wird das Gehalt in 14 % der Stellenanzeigen angegeben, in Spanien in 18 %, in Frankreich in 43 % und in den Niederlanden in 49,5 %.
- Die Richtlinie haben nur fünf EU-Länder vollständig umgesetzt: Italien, die Slowakei, Malta, Litauen und Griechenland.
- Die geschlechtsspezifische Lohnlücke in der EU betrug 2024 laut Eurostat 11,1 %.

In Europa, wie auch in der Ukraine, wissen die meisten Bewerber immer noch nicht, wie viel ihnen angeboten wird, wenn sie auf eine Stellenanzeige reagieren. Die Europäische Union hat die Richtlinie zur Entlohnungstransparenz verabschiedet, die Arbeitgeber verpflichtet, das Gehalt oder dessen Spanne anzugeben. Bis zur festgelegten Frist am 7. Juni 2026 haben jedoch die meisten Staaten die neuen Regeln nicht in nationales Recht umgesetzt.

### Warum Brüssel eingriff

Die Europäische Kommission betrachtet die Verschleierung des Gehaltsniveaus als einen Faktor, der Diskriminierung und der Vergrößerung der geschlechtsspezifischen Lohnlücke förderlich ist. Laut Eurostat betrug diese Lücke in der EU im Jahr 2024 11,1 %: Im Durchschnitt erhielten Frauen für jeden von Männern verdienten 100 Euro 88,9 Euro. Genau dies war eine der Hauptgründe für die Einführung der neuen Transparenzanforderungen.

### Italien überholt Großbritannien erstmals

Die deutlichsten Veränderungen wurden in Italien verzeichnet. Laut Daten der Plattform Indeed ist der Anteil der Stellenanzeigen mit angegebenem Gehalt von 26 % im Juli 2025 auf 61 % im Juli 2026 gestiegen. Damit überholte Italien erstmals Großbritannien unter den sechs großen europäischen Ländern — 61 % gegenüber 60 %. Dabei gehört London nicht zur EU, zeigte aber seit 2020 stabil einen hohen Anteil solcher Stellenanzeigen.

### Wo die Transparenz weiterhin niedrig ist

Das italienische Ergebnis kontrastiert mit anderen großen Volkswirtschaften. In Deutschland wird das Gehalt nur in 14 % der Stellenanzeigen angegeben, in Spanien in 18 %, in Frankreich in 43 % und in den Niederlanden in 49,5 %. Eine vollständige Transparenz in 100 % der Anzeigen ist nicht zu erwarten: Die Richtlinie enthält Ausnahmen, und in einigen Ländern wird weiterhin an den Regeln zur Anwendung und Kontrolle gearbeitet.

### Wer es geschafft hat und wer es aufgeschoben hat

Stand jetzt haben nur fünf EU-Länder die Richtlinie umgesetzt — Italien, die Slowakei, Malta, Litauen und Griechenland. Spanien hat nur begrenzt Fortschritte gemacht, Deutschland hat die Umsetzung auf Anfang 2027 verschoben, und die Position Frankreichs bleibt unklar.

### Kontext: Ukraine und zurückhaltende Personalgewinnung in Europa

In der Ukraine sind die Gehälter in einigen Bereichen, einschließlich Medien, im Laufe eines Jahres deutlich gestiegen. Allerdings beklagen Arbeitgeber, dass die Anzahl der Bewerbungen pro Anzeige auf dem gleichen Niveau geblieben oder sogar gesunken ist. Gleichzeitig bremsen europäische Unternehmen die Personalgewinnung und bewerten dabei den Bedarf an neuen Mitarbeitern, Automatisierungsmöglichkeiten und Investitionen in künstliche Intelligenz.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [In der EU müssen Gehälter vor dem Vorstellungsgespräch genannt werden: Wer die neuen Regeln bereits erfüllt](https://www.rbc.ua/ukr/news/es-zmusyat-nazivati-zarplati-spivbesid-hto-1788927102.html) - Подтверждает дедлайн 7 июня 2026 года, список имплементировавших стран и динамику по Италии.
- [Gehälter ins Licht rücken](https://www.kommersant.ru/doc/8728168) - Подтверждает мотивацию директивы (гендерный разрыв) и региональные различия в указании зарплат.

## ❓ FAQ

### Q: Wann war die Frist zur Umsetzung der Richtlinie zur Entlohnungstransparenz in der EU?
**A:** Die Endfrist war der 7. Juni 2026, jedoch haben die meisten EU-Länder die Anforderung nicht rechtzeitig erfüllt.

### Q: Welches Land zeigte den größten Anstieg des Anteils der Stellenanzeigen mit angegebenem Gehalt?
**A:** Italien: von 26 % im Juli 2025 auf 61 % im Juli 2026 laut Indeed, und überholte damit erstmals Großbritannien (60 %).

### Q: Wie viele EU-Länder haben die Richtlinie vollständig umgesetzt?
**A:** Stand jetzt — fünf: Italien, die Slowakei, Malta, Litauen und Griechenland.

### Q: Wie groß ist die geschlechtsspezifische Lohnlücke in der EU?
**A:** Laut Eurostat betrug sie 2024 11,1 %: Für jeden von Männern verdienten 100 Euro erhielten Frauen im Durchschnitt 88,9 Euro.