Am Freitag, dem 18. September 2026, stellte die Europäische Union der Ukraine 3,3 Mrd. Euro für den Kauf von Raketen, Munition und unbemannten Fluggeräten für die Streitkräfte der Ukraine zur Verfügung. Dies erklärte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, wie RBC-Ukraine unter Berufung auf die Pressestelle der EK berichtete. Neben dem einmaligen Verteidigungspaket kündigte Brüssel den Start eines neuen Programms für gemeinsame Verteidigungsprojekte mit der Ukraine an, das die Grundlage für eine langfristige industrielle und technologische Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheit bilden soll.

Neues Verteidigungspaket und SAFE-Programm

Wie von der Leyen erklärte, sind die Mittel in Höhe von 3,3 Mrd. Euro unmittelbar für den Kauf von Raketen, Munition und unbemannten Fluggeräten bestimmt, die den Streitkräften der Ukraine angesichts der täglichen russischen Beschussaktionen dringend benötigt werden. Parallel nutzt die Europäische Union die verbleibenden Mittel des SAFE-Programms, um ein neues Programm für gemeinsame Verteidigungsprojekte mit der Ukraine zu starten. „Damit können wir den Kampferfahrung und Innovationen der Ukraine mit dem technologischen und industriellen Potenzial Europas verbinden“, betonte die Präsidentin der Europäischen Kommission und wies auf die Komplementarität beider Seiten im Verteidigungsbereich hin.

Freya-System und europäische Luftabwehr

Als Hauptziel der neuen Zusammenarbeit nannte von der Leyen die Schaffung eines europäischen Systems der Luft- und Raketenabwehr. Grundlage dieses Systems wird das gemeinsame System zur Abwehr ballistischer Raketen, Freya, bilden. Damit gehen die Mittelbereitstellung und der Start des gemeinsamen Programms über eine einmalige Hilfe hinaus und legen die Infrastruktur für die Integration ukrainischer Entwicklungen in die europäische Architektur der Luftabwehr.

Gespräch mit Selenskyj, Reformen und UN

Im Rahmen eines Telefonats mit Präsident Wolodymyr Selenskyj besprach die Präsidentin der Europäischen Kommission auch die Reformen, die die Werchowna Rada billigen muss. Nach Einschätzung der EK sind diese Schritte für die Freigabe weiterer Finanzmittel und die Eurointegration der Ukraine erforderlich. Von der Leyen äußerte ihre Solidarität mit den Bewohnern Kiews und aller Regionen der Ukraine, die unter den täglichen russischen Beschussaktionen leiden, und erklärte, dass sie in der kommenden Woche an der Sitzung der UN-Generalversammlung in New York teilnehmen und dort einen Appell an die Verbündeten richten werde: „Meine Botschaft an die Freunde der Ukraine in der ganzen Welt wird einfach sein: Europa verstärkt seine Bemühungen. Jetzt müssen auch andere ihre Unterstützung verstärken.“

Kontext: Patriot aus Deutschland und Polen

Die Entscheidung der EU, 3,3 Mrd. Euro zur Verfügung zu stellen, fügt sich in den breiteren Kontext der verstärkten Unterstützung der ukrainischen Luftabwehr durch einzelne Staaten ein. So bereitet sich Deutschland darauf vor, der Ukraine eine Lieferung von 10 MIM-104E GEM-T-Abwehrraketen für das Patriot-Flugabwehrsystem im Gesamtwert von 29,6 Mio. US-Dollar zu übergeben, die Berlin zuvor von den USA erhalten hatte. Polen plant seinerseits, der Ukraine im Rahmen eines neuen Pakets militärischer Hilfe im Gesamtwert von 50 Mio. Euro Raketen für die Patriot-Luftabwehr zu übergeben.

Widersprüchliche Angaben

In Veröffentlichungen verschiedener Medien ist eine geringfügige Abweichung in der Formulierung zum Zeitpunkt der Mittelübertragung zu beobachten. Eine Reihe von Quellen (darunter RBC-Ukraine und Interfax) beschreibt das Ereignis als Bereitstellung/Überweisung von 3,3 Mrd. Euro, die auf Freitag, den 18. September, festgelegt ist, also als eine Entscheidung, die am Tag der Ankündigung in Kraft tritt. Andere Medien (z. B. delo.ua) verwenden bereits die Vergangenheit und berichten, dass die Ukraine „3,3 Mrd. Euro“ von der EU erhalten habe. Unter Berücksichtigung des aktuellen Datums vom 19. September 2026 stimmen beide Versionen im Wesentlichen in der Bedeutung überein: Die Entscheidung über die Bereitstellung wurde am 18. September getroffen, und der tatsächliche Eingang der Mittel wird durch spätere Veröffentlichungen bestätigt. Wesentliche Abweichungen in den Zahlen (3,3 Mrd. Euro, 29,6 Mio. US-Dollar für Deutschland, 50 Mio. Euro für Polen) zwischen den Quellen wurden nicht festgestellt.