---
title: "Neuer Schlag gegen die Logistik: EU verhängt beispiellose Sanktionen gegen belarussische Raffinerien und die „Schattenflotte“"
description: "Die EU hat das größte Sanktionspaket gegen Russland verhängt, das belarussische Raffinerien und die „Schattenflotte“ einschließt. 🚢🛢️ Kaja Kallas bestätigte Beschränkungen für 218 Positionen, darunter Werke, die Moskau mit Kraftstoff versorgen. Die Benzinlieferungen aus Belarus nach Russland stiegen in sechs Monaten um das 20-fache; dieser Kanal wird nun unterbunden. 📉🇪🇺"
date: 2026-07-23T14:23:56.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/eu-verhangt-sanktionen-gegen-belarussische-raffinerien-und-schattenflotte
tags: [kaja-kallas, eu-sanctions, belarus-refineries, shadow-fleet]
publisher: "XAB.info"
---

# Neuer Schlag gegen die Logistik: EU verhängt beispiellose Sanktionen gegen belarussische Raffinerien und die „Schattenflotte“

![EU-Kommissarin Vestager in einem Saal mit EU-Flaggen während der Diskussion über neue Sanktionen gegen belarussische Raffinerien und Schattenflotte](https://xab.info/media/2026/07/23/es-vvodit-sanktsii-protiv-beloruskih-npz-i-tenevogo-flota/es-vvodit-sanktsii-protiv-beloruskih-npz-i-tenevogo-flota-1.webp)

Die Europäische Union bereitet einen massiven Schlag gegen die Energieinfrastruktur vor, die die russische Kriegsmaschine unterstützt. Am Donnerstag, dem 23. Juli, kündigte Kaja Kallas, die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, offiziell die Einführung von Beschränkungen gegenüber den Ölraffinerien (NPP) in Belarus an. Diese Entscheidung ist Teil des größten Sanktionspakets seit Beginn der Invasion.

### Das größte Sanktionspaket aller Zeiten

Laut Kaja Kallas ist die neue Liste der Beschränkungen die umfassendste in der Geschichte des Konflikts. Sie umfasst 218 Positionen, was den Übergang der EU zu einer härteren und detaillierteren Druckstrategie unterstreicht. Die Ziele der Sanktionen reichen weit über traditionelle finanzielle Beschränkungen hinaus.

Zu den neuen sanktionierten Objekten gehören:

    - Mehr als 100 Banken und Krypto-Betreiber, die zur Umgehung der Beschränkungen genutzt werden;

    - Mehr als 40 Schiffe, die zur sogenannten „Schattenflotte“ gehören;

    - Ölraffinerien in Russland und Belarus;

    - 50 Rüstungsunternehmen, einschließlich Hersteller von Langstrecken-Drohnen.

Kallas betonte, dass dies nicht der letzte Schritt Brüssels sei und die Arbeit an neuen Maßnahmen fortgesetzt werde.

### Fokus auf belarussische Raffinerien

Ein besonderes Augenmerk in dem neuen Paket liegt auf der belarussischen Ölraffinerie-Industrie. Im Land befinden sich zwei Schlüsselunternehmen: die Raffinerien in Mozyr und Nowopolotsk. Die gemeinsame Kapazität dieser Werke beträgt etwa 24 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr. Historisch gesehen versorgten sie den Binnenmarkt sowie Russland und andere Länder.

Die Situation auf dem Kraftstoffmarkt hat sich seit Beginn der Krise in Russland drastisch verändert. Aufgrund regelmäßiger Angriffe auf russische Raffinerien, die seit Jahresbeginn Dutzende Male von ukrainischen Drohnen attackiert wurden, war Moskau gezwungen, die Kraftstoffkäufe bei Minsk zu erhöhen. Die russischen Werke ihrerseits haben die Verarbeitung auf ein Minimum reduziert, das seit den frühen 2000er Jahren nicht mehr zu verzeichnen war.

### Starker Anstieg der Lieferungen nach Russland

Statistiken zeigen einen explosionsartigen Anstieg der Abhängigkeit Moskaus von belarussischem Kraftstoff. Laut dem Nachrichtenagenturen Reuters überstiegen die Benzinlieferungen von belarussischen Raffinerien auf den russischen Markt im Juni 181.000 Tonnen. Das ist dreimal mehr als im Mai, als das Volumen 77.000 Tonnen betrug.

Insgesamt stiegen die Benzinimporte aus Belarus im ersten Halbjahr um das 20-fache – auf 453.000 Tonnen. Zuvor hatte Russland seine Bereitschaft bekundet, den Ausfall der eigenen Kapazitäten auszugleichen, was die belarussischen Raffinerien zu einem kritischen Glied in der Kraftstofflogistik des Kremls machte. Nun, da diese Unternehmen unter Sanktionen geraten, werden sie zur nächsten Front in dem Wirtschaftskrieg.