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title: "Europa prüft, ob Russland die Unruhen in Frankreich anheizte: Was bekannt ist"
description: "Europäische Regulierungsbehörden und Geheimdienste prüfen, ob ausländische Staaten, vor allem Russland, versucht haben, die Unruhen in Frankreich zu beeinflussen. Konkrete Beweise für eine externe Organisation der Ausschreitungen gibt es bislang nicht."
date: 2026-10-21T11:18:25.825Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/europa-prueft-russischen-einfluss-unruhen-frankreich
tags: [france-riots, russian-interference, disinformation, eu-regulators, storm-1516, protests]
author: "Alexander Buran"
publisher: "XAB.info"
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# Europa prüft, ob Russland die Unruhen in Frankreich anheizte: Was bekannt ist

![Demonstrant mit französischer Flagge vor brennenden Barrikaden und Rauch während der Unruhen](https://xab.info/media/2026/10/21/evropa-proveryaet-vliyanie-rossii-na-besporyadki-vo-francii/evropa-proveryaet-vliyanie-rossii-na-besporyadki-vo-francii-1.webp)

## Kernpunkte

- Europäische Regulierungsbehörden und Geheimdienste prüfen einen möglichen ausländischen, primär russischen Einfluss auf die Unruhen in Frankreich.
- Pro-russische und rechtsextreme Accounts verbreiteten Gewaltvideos, darunter Fake-Aufnahmen aus Tiflis 2024 mit fast 6 Mio. Aufrufen.
- Konkrete Beweise für eine Organisation der Ausschreitungen durch ausländische Staaten gibt es bisher nicht; Geheimdienste verweisen auf interne Ursachen.
- Die EU-Kommission diskutiert mit X, Instagram und TikTok über die Löschung von Inhalten und Diebesgut-Anzeigen und droht bei systemischen Risiken mit Eingriffen.

Europäische Regulierungsbehörden und Geheimdienste haben eine Untersuchung darüber eingeleitet, ob ausländische Staaten versucht haben, die Welle von Gewalt und Plünderungen in Frankreich zu beeinflussen. Das Hauptaugenmerk liegt auf potenziellen russischen Desinformationskampagnen, während parallel dazu Unruhen in anderen europäischen Ländern untersucht werden. Medienkreisen zufolge verbreiteten pro-russische und rechtsextreme Konten Videos von Gewalt, um das Chaos zu vergrößern, und Analysten haben zudem Anzeichen für einen möglichen Informationsmitteleinsatz aus dem Iran und Algerien festgestellt. Konkrete Beweise dafür, dass ausländische Staaten die Ausschreitungen organisiert oder deren Verlauf maßgeblich beeinflusst haben, liegen derzeit jedoch nicht vor.

### „Storm-1516“ und das „Matchjoschka“-Netzwerk: Spuren russischer Kampagnen

David Colon, Desinformationsforscher am Pariser Institut für politische Studien Sciences Po, erklärte, dass mit dem Kreml verbundene Meinungsführer falsche Berichte verbreiteten, darunter solche, die mit der Kampagne „Storm-1516“ in Verbindung gebracht werden. Er erwähnte auch das russische Einflussnetzwerk namens „Matchjoschka“. Gleichzeitig betonte er, dass pro-russische Aktivisten nicht die Initiatoren der Demonstrationen waren und den Verlauf der Ereignis nicht bestimmt hätten. Europäische Regierungen haben Geheimdienste angewiesen zu prüfen, ob russische Agenten die Gewalt aktiver geschürt haben könnten; in Frankreich befindet sich die Untersuchung in einem Anfangsstadium.

### Gefälschte Videos und Millionen Klicks

Medien entdeckten Accounts, die Aufnahmen veröffentlichten, die fälschlicherweise als Filmmaterial aus Frankreich ausgegeben wurden. Insbesondere ein Video von Demonstranten mit Feuerwerkskörpern erzielte auf dem sozialen Netzwerk X fast sechs Millionen Aufrufe, obwohl es tatsächlich im Jahr 2024 während der Proteste in Tiflis gefilmt worden war. Solche Materialien wurden nach Einschätzung von Beobachtern genutzt, um das Gefühl des Chaos zu verstärken und das Publikum zu radikalisieren.

### Interne Ursachen: Die Sicht der Geheimdienste

Vertreter europäischer Nachrichtendienste betonen, dass die Unruhen vor allem auf interne Ursachen zurückzuführen sein könnten – Unzufriedenheit mit staatlichen Institutionen und politische Radikalisierung. „Es wäre eine Vereinfachung zu behaupten, die Russen seien an allem schuld“, bemerkte ein europäischer Geheimdienstmitarbeiter. Daher wird die Frage der ausländischen Einmischung als eine von mehreren Hypothesen neben innenpolitischen Faktoren und nicht als erwiesene Tatsache betrachtet.

### Reaktion von Brüssel und den Plattformen

Die Europäische Kommission hat mit den französischen Behörden die Zusammenarbeit mit den Plattformen X, Instagram und TikTok besprochen. Regulierungsbehörden fordern Online-Plattformen auf, Anzeigen für den Verkauf von Waren zu löschen, die während der Plünderungen gestohlen worden sein könnten. Brüssel warnte: Sollten die Risiken systemisch werden und die Plattformen die Zusammenarbeit verweigern, könnte die Europäische Kommission eingreifen.

### Kontext: Von Schülerprotesten bis zur Ausgangssperre

Die Unruhen in Frankreich und anderen Ländern finden vor dem Hintergrund verstärkter russischer hybrider Angriffe gegen den Westen statt. Im September begannen in Frankreich Proteste von Schülern, die bessere Lernbedingungen forderten; am 17. und 18. Oktober brachen im Land Unruhen aus, bei denen mindestens 2.000 Geschäfte und andere Handelsbetriebe beschädigt wurden. Am 19. Oktober verhängten die französischen Behörden stundenweise Ausgangssperren in Paris, Marseille, Nizza und mehreren anderen Städten; der französische Premierminister Sébastien Lecornu betonte, dass derartige stundenweise und lokale Ausgangssperren derzeit zweckmäßiger seien. Unruhen wurden auch im italienischen Mailand verzeichnet, dorthin entsandte die Regierung 500 Soldaten. Wolodymyr Kurennyj, stellvertretender Generaldirektor von „RБК-Ukraina“, wies in einer Kolumne darauf hin, dass die Straßenwelle mit Schülerdemonstrationen begonnen hatte und es nun schwierig sei, alle Forderungen der Demonstranten zu formulieren.

## Faktencheck und Quellen

- [Во Франции проверят возможное отношение России к уличным протестам](https://www.rbc.ua/ukr/news/frantsiyi-pereviryat-mozhliviy-stosunok-rosiyi-1792580907.html) - Bestätigt: Tatsache von Prüfungen durch europäische Regulierer und Geheimdienste, Verbreitung von Fake-Videos (Tiflis-Aufnahmen 2024, ca. 6 Mio. Aufrufe auf X), Erwähnung der Kampagnen „Storm-1516“ und des „Matchjoschka“-Netzwerks, Diskussionen der EU-Kommission über Zusammenarbeit mit X/Instagram/TikTok, Ausgangssperre am 19. Oktober, 2000+ beschädigte Betriebe, 500 Soldaten in Mailand. Nicht als Fakt bestätigt: Organisation der Ausschreitungen durch ausländische Staaten — die Quelle weist ausdrücklich darauf hin, dass keine konkreten Beweise vorliegen.

## Häufige Fragen

### Ist erwiesen, dass Russland die Unruhen in Frankreich organisiert hat?

Nein. Europäische Regulierungsbehörden und Geheimdienste prüfen einen möglichen ausländischen Einfluss, aber es gibt derzeit keine konkreten Beweise dafür, dass ausländische Staaten die Ausschreitungen organisiert oder deren Verlauf maßgeblich beeinflusst haben. Forscher weisen darauf hin, dass pro-russische Aktivisten nicht die Initiatoren der Demonstrationen waren.

### Welche Anzeichen externer Informationsbeeinflussung wurden festgestellt?

Pro-russische und rechtsextreme Accounts wurden dabei beobachtet, wie sie Gewaltvideos verbreiteten, darunter Aufnahmen aus den Protesten in Tiflis 2024, die fälschlicherweise als französisch ausgegeben wurden (fast 6 Mio. Aufrufe auf X). Erwähnt werden Kampagnen wie „Storm-1516“ und das „Matchjoschka“-Netzwerk sowie mögliche Einflüsse aus dem Iran und Algerien.

### Was unternimmt die Europäische Kommission?

Die EU-Kommission hat mit den französischen Behörden die Kooperation mit X, Instagram und TikTok besprochen, zur Löschung potenzieller Diebesgut-Anzeigen aufgerufen und gewarnt, dass sie bei systemischen Risiken und einer Verweigerung der Plattformen eingreifen kann.