In der Oblast Charkiw wurde eine beispiellose Entscheidung zur Ausweitung der Evakuierungszone für Zivilisten getroffen. Aufgrund der drastischen Verschärfung der Lage an der Grenze und der Frontlinie veranlassen die Behörden die Umsiedlung der Bewohner aus drei Verwaltungsbezirken der Region. Dies bestätigte offiziell der Leiter der Staatlichen Verwaltungsbehörde der Oblast Charkiw, Oleh Syniehubow.
Entscheidung des Verteidigungsrates
Die Initiative zur Ausweitung der Evakuierungszone wurde auf einer Sitzung des Verteidigungsrates der Region genehmigt. Der Hauptgrund war die vorhergesagte Verschlechterung der Lage in den Grenz- und Frontgemeinden. In den letzten Wochen nimmt die Intensität der Kampfhandlungen in der Region beständig zu, und der Feind greift die Oblast Charkiw täglich an und verstärkt seinen Vormarsch. Die Grenzgebiete bleiben unter ständiger Beschussgefahr, was den Aufenthalt von Zivilisten dort extrem gefährlich macht.
Syniehubow rief die Bewohner bestimmter Siedlungen auf, ihre eigene Sicherheit nicht zu gefährden und die gefährlichen Zonen unverzüglich zu verlassen. Die Hauptaufgabe der Behörden in dieser Situation ist der Schutz von Leben und Gesundheit der Zivilbevölkerung.
Geografie der Evakuierung: Drei Bezirke unter Bedrohung
Das Ausmaß der Operation umfasst ein erhebliches Gebiet. Die Behörden haben drei Schlüsselrichtungen identifiziert, in denen eine Pflichtevakuierung verhängt wurde:
- Gemeinde Schewtschenko. Hier wurde eine Pflichtevakuierung aus 41 Siedlungen gleichzeitig verhängt. Zur Liste gehören Dörfer wie Arkadowka, Bogodarowka, Wasylenkowo, Bolschije Chutora, Grosa, Schtschurawka, Iwanowka, Maksimowka, Malije Krynyky, Myrne, Nowyj Lymen, Oghurtzowka, Petropolje, Poltawa, Sumskoje, Troizkoje und Chudschestwennoje sowie eine Reihe weiterer kleinerer Siedlungen.
- Bezirk Bohoduchiw. Die Evakuierung betrifft die Siedlungen Uljanowka und Sareschtschnoje sowie die Dörfer Iwanowka, Ujutnoje, Woskresenowka, Korbyny Iwany, Schkarlaty, Dewjatjbratowo, Sarjabinka, Leskowka, Konstantynowka und Snihy.
- Gemeinde Derhatschi. Die Situation hier wurde als am kritischsten eingestuft. Die Behörden haben nicht nur eine Pflichtevakuierung, sondern auch eine Zwangsevakuierung von Kindern verhängt. Die Maßnahme umfasst die Siedlungen Pytomnyk, Nowe, Slatyne sowie die Dörfer Russkaja Losowaja, Solony Jar, Bezruky und Leschtschenko.
Folgen der Beschüsse und Organisation der Hilfe
Die Notwendigkeit dringender Maßnahmen wird durch jüngste tragische Ereignisse bestätigt. Kürzlich griff die russische Seite Bohoduchiw an. Bei dem Beschuss wurden 12 Personen verletzt. Diese Vorfälle bestätigen lediglich, dass sich die Grenzgemeinden im Epizentrum der Kampfhandlungen befinden.
Für die evakuierten Bürger wurde eine logistische Unterstützung organisiert. Die Bewohner werden in spezielle Transitzentren gebracht, wo ihnen die notwendige Hilfe geleistet und eine vorübergehende Unterkunft gewährleistet wird. Die Behörden betonen, dass ein rechtzeitiger Rückzug angesichts der aktuellen militärischen Bedrohung der einzige Weg ist, um die Sicherheit der Bevölkerung zu garantieren.